Die Ausbildung der deutschen Nautiker erfolgt heute etwas anders als noch vor wenigen Jahrzehnten und zwar so:
Ob und wann ein Erster Offizier dann tatsächlich als Kapitän eingesetzt und mit dem Kommando über ein Schiff betraut wird, entscheidet die Reederei, für die er arbeitet. Normalerweise.
Falls der Kapitän auf See schwer erkrankt oder aus einem anderen Grund ausfällt, übernimmt der Erste Offizier/Chief Mate als sein Stellvertreter das Kommando, solange es erforderlich ist.
Von einem solchen Fall berichtete mir mein Freund >damals bei seinem Besuch in Sankt Georg.
Lutz war vor zwei Monaten als Erster Offizier der Cap Polonio unterwegs von Suape/Brasilien nach Rotterdam. Die Biskaya, die noch weitaus ungemütlicher sein kann als der >Skagerrak, hatte man fast hinter sich und stand am Westausgang des Englischen Kanals in der Nähe der französischen Insel Quessant (engl. Ushant).
So berichtete die Presse:



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Und das sind die eigenen Worte meines Freundes Lutz:

Statement of facts
Offizielle, nüchterne Berichte. Was damals in ihm vorging, kann nur wirklich einschätzen, wer selbst zur See gefahren ist.
Noch ein paar eigene Bemerkungen:
Dass der Kapitän nicht zum Abendbrot oder Frühstück in der Messe erscheint, ist keinesfalls ungewöhnlich, besonders, wenn keine Passagiere an Bord sind. Ich kannte Kapitän S. persönlich, er war ein sehr sympathischer, aber etwas zurückgezogen lebender Mensch und Vorgesetzter. Er besaß eine starke Persönlichkeit und war bei der Besatzung beliebt.
Lutz befand sich nun überraschend in einer ungeheuren Stress-Situation. Er stand mit dem Dampfer in einem stark befahrenen Verkehrstrennungsgebiet, musste für die Suchaktion auf Gegenkurs gehen und wurde sozusagen zum maritimen Geisterfahrer.
Die Reederei sollte laufend unterrichtet werden, die von ihr informierte Ehefrau des Kapitäns rief an Bord an. Keiner wusste, was wirklich passiert war. Alles, was gefunden wurde, war die Brille des Kapitäns auf dem 2. Aufbaudeck.
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Lesen Sie über die Biskaya auch >Sturmfahrt von Kapitän Molgugge.
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