Club der halbtoten Dichter

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Ein beklemmender Bericht

Der Bericht ist nicht ganz neu, sehr umfangreich, aber wie ich finde lesenswert und beklemmend, auch die zwischenmenschlichen Probleme, die zwischen den Zeilen zu lesen sind:

Untersuchungsbericht 329/03

3 Kommentare

Puh, danke. Ich hab den gerade komplett durchgelesen, das ist ja spannender als ein Krimi. Ich hoffe keiner hier ist persönlich betroffen. Da ist ja einiges schief gelaufen. Tragisch. Als Konsequenz wird ja dann auch etwas erwähnt was mir auch gleich durch den Kopf ging. Ich bin zwar kein Seemann aber als Landschafter interessiert man sich auch für große Maschinen. Bagger, Raupen, Radlader und natürlich das bislang größte Landfahrzeug den “Liebherr T 282B Muldenkipper”. Da hab ich mal einen Bericht drüber gesehen. Dieser besitzt vorne bodennah einen Batteriehauptschalter in einem Kasten, bei Wartungs und Reparaturarbeiten, wo teilweise ein Dutzend Monteure dran arbeiten, wird der auf “Off” gestellt. Jeder Monteur besitzt ein eigenes Vorhängeschloss, das er vor den Kasten hängt bevor er anfängt zu arbeiten. Dadurch wird sichergestellt, dass eine Inbetriebnahme nur erfolgen kann wenn auch wirklich jeder Monteur mit seiner Arbeit aufgehört hat.
Aber hinterher ist man ja immer klüger und hat leicht reden.
Was ich nicht ganz verstanden habe, ist das bei der Todesursache weder der Druck, noch der Lärm erwähnt wird. Der muss doch infernalisch sein, trotz Lärmschutz, wenn man sich quasi im Motor befindet. Und Lärm kann durchaus tödlich sein.
Und es wird nicht erwähnt wer den turning gear wieder zurückgestellt hat.
Und dass es eine US-Vorschrift geben soll, Asservate nach einem Untersuchungsergebnis “Unfall” zügig zu vernichten will mir gar nicht einleuchten.
Und dann sind mir noch ein paar Sachen aufgefallen, die schreib ich aber lieber nicht hier ins Internet.

Tja, so jung, zwei Patente und dann sowas. Es ist immer wieder die gleiche traurige Geschichte.

Glück auf!

corax · 26.04.08, 23:13 Uhr

Ich erspare mir zu dieser Sache jede Spekulation, denn so umfangreich der Bericht ist, so dürftig sind doch im Fazit die ermittelten, entscheidenden Fakten.

Während meiner beiden Londoner Jahre habe ich wiederholt erlebt, wie eine gesamte Besatzung bei kritischen Vorkommnissen komplett dichtmachen kann.

Es gibt weitaus schwierigere Konstellationen in der Zusammensetzung von Schiffsbesatzungen als deutsche Offiziere/Ingenieure und Filippino-Crew. Schiffs- und Maschinenleitungen sind seit Jahrzehnten überlastet und das Befolgen der beanstandeten Dokumentationspflicht ist in der Regel nicht ihre größte Sorge.

neobazi · 27.04.08, 01:22 Uhr

Ja, wirklich grausig, diese Geschichte. Drei Stunden “Fluchtzeit”.
Mitten in einer Schiffsmaschine. Und der Deckel ist dicht, wie auch immer es dazu gekommen ist.
Ein herber Bericht, sehr amtlich.
Ich habe früher - zu trucking-Zeiten in den achtziger Jahren - schon manchmal schräge Phantasien gehabt, wenn ich allein in einem leeren Container war, den ich mir von innen ansehen wollte, während nur eine Tür geöffnet war. Einmal Bumm!-dann dunkel-zweimal Schronk!-!-und die Kiste ist zu. IM Schauermann hätte allerdings einige Tage “Fluchtzeit”. Beginnend an einem Freitag abend in einem abgelegenen Gewerbegebiet in einem Stahlcontainer.

IM Schauermann · 27.04.08, 08:08 Uhr

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