Club der halbtoten Dichter

Club der halbtoten Dichter

Das musikalische Gedächtnis,

ein Knüppel der Nachtschwester.

Das Kurbelgrammophon der Eltern mit dem Radetzkymarsch oder “Heimat deine Sterne” riss mich als Kind nicht unbedingt vom Hocker. Elektrischen Strom gab es nicht im Haus, also auch kein Radio.

Mein musikalisches Gedächtnis beginnt mit einem Schlager, der auf jeder Party meines 9 Jahre älteren Bruders gespielt wurde, wenn es am Wochenende mal keine Schwarzarbeit gab:

Blaue Nacht am Hafen mit Lale Andersen.

Doch Opa ahnte bereits damals, was ihm bevorstehen würde, sein Lied war:

*

Immer und ewig , ein Schlager aus dem Kriegsjahr 1942

*

Später vermischten sich immer wieder Lieder und nahestehende Personen, der auf einem Mundstück geblasene GI-Blues aus dem Film “From here to eternity” war meine allererste Schallplatte, die mir mein Bruder schenkte. Und immer wieder schwere Abschiede, die schwersten von Hamburg und Veracruz.

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Patience und Hotel California.

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Vor ziemlich genau 17 Jahren brachte Hardy Stefan und mich in München zum Flughafen. Stefan (Jonny) war clean, wir flogen auf die “Anja Leonhardt” nach Kunsan/Südkorea. Guns ‘n Roses, The Cure und Tracy Chapman spielten unsere Mucke.

ticket

Und immer wieder dieser Herr, seit ich das erste Mal von ihm hörte.

5 Kommentare

Guns ‘n Roses, The Cure und Tracy Chapman? Das alles kommt mir irgendwie bekannt vor.

fely · 06.11.07, 10:31 Uhr

irgendwie fehlt in der aufzählung freddy quinn ….

herold · 06.11.07, 10:54 Uhr

Wähle 333 auf dem Telefon
wähle 333 und du hast mich schon
wähle 333 und dann glaube mir
ich bin 1 2 3 schon bei dir

Gesungen, Hochwürden, vom unvergesslichen Herrn Graham Bonney mit Mikrophonschleife lecker um die Mikrophonhand. Dazu raufasertapetenbreite Koteletten und der Permanentatmer am Heck der Hitparade. Wunderbar.

Herzlich
Ihr Erdge Schoss

Erdge Schoss · 06.11.07, 12:10 Uhr

Ich wollte nur mal kurz herklicken, dann doch schon wieder festgelesen an den schönen alten Geschichten.
“Immer und ewig” - nie gehört, ich finde, es geht auch nicht eben ins Ohr; dabei ist es bloß eineinhalb Generationen entfernt.
“Patience” aber ist ein großartiger Erinnerungsträger. Wie übrigens auch Springsteens The River oder Angie von den Stones. Es kommt mir vor, als gibt es solche Musik gar nicht mehr, an die sich Situationen anheften und für immer dran kleben bleiben - vielleicht wird man auch bloß alt und ist für sentimentale Erfahrungen weniger empfänglich.

nachtschwester · 06.11.07, 15:28 Uhr

/fely:

Wenn wir alle den gleichen Musikgeschmack hätten - nicht auszudenken und fast so schlimm als wären wir alle in denselben Typ Frau verliebt ;-)

/Herold:

Der fehlt nicht. Heimweh, seine Version von Sixteen Tons ist gleichrangig neben Hans Albers für meine ungewöhnliche Karriere verantwortlich. Es lebe die k.u.k Gebirgsmarine!

/Erdge Schoss:

Graham Bonney oder Boney M: Bugs Bunny ist mir lieber :-)

/Nachtschwester:

Für mich findet alle 10 Jahre ein Generationswechsel statt und die sentimentale Empfänglichkeit stieg bei mir mit zunehmendem Alter. Würde ich alle Lieder hier aufzählen, mit denen sich in der Erinnerung besonderes verbindet, entstünde eine unendliche Geschichte.

neobazi · 06.11.07, 20:53 Uhr

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