Club der halbtoten Dichter

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Müllabfuhr (2)

Mit Gamsbart getarnt

getarnt

und mit zwei Plastiktüten voller Wertstoffe machte sich Opa heute wieder auf den Weg nach Österreich zur Müllentsorgung. Im Allgäu ist so etwas nämlich polizeilich verboten:

*

Einsatzbesprechung mit Alma

*

oberhalb der Burgruine Sulzberg, ehemals Rittersitz des edlen Ritters Prunz von Prunzelschütz. CdhD Chefkuh Alma hat nichts dagegen, wenn wir den armen Ösis wertstoffmäßig etwas unter die Arme greifen, wie im Filmchen deutlich zu sehen ist.

Zusammen mit Opa Rudi machte ich mich also in unserer Müllkutsche

müllkutsche

auf den Weg nach Süden, an meinem Geburtshaus vorbei:

burtshaus

(das kleine Häuschen, nicht das häßliche rote)

über die Burgruine Sulzberg:

ruine sulzberg

(Hier wohnte einst der Ritter Prunz von Prunzelschütz*)

nach Österreich, ins Tannheimer Tal:

Tal1

wo underkaffer konspirativ die Entsorgung stattfand.

tal2

Wie Sie an der etwas zittrigen Kameraführung sehen können, waren wir schon leicht nervös:

*

Tannheimer Tal

*

aber nicht etwa, dass wir ein schlechtes Gewissen gehabt hätten. Nein, die grauenhafte Musik aus den Cafés und Biergärten ließ uns schleunigst die Flucht ergreifen:

*

Flucht nach Hause

*

Zigarettenpause, wieder in Sicherheit:

oberjoch

Und der Grünten, der Wächter des Allgäus, beschützt weiter unsere schöne Heimat:

gruenten

Angenehmen Rest vom Wochenende!

Nachtrag

Das waren wir nicht:

opa rudi

Nicht, dass mir meine Lieblingsenkelin wieder Vorwürfe macht. Opa Rudi ist zwar auch schon in Rente, aber so etwas würde er nie tun. Das muss ein eingeborener Hirsch gewesen sein.

9 Kommentare

*
Der Ritter Prunz von Prunzelschütz

Fritz Graßhoff

1. Das war der Herr von Prunzelschütz
Der saß auf seinem Rittersitz
mit Mannen und Gesinde
in mitten seiner Winde.

2. Die strichen, wo er ging und stand,
vom Hosenleder übers Land
und tönten wie Gewitter.
So konnte es der Ritter.

3. Zu Augsburg einst, auf dem Turnier,
bestieg er umgekehrt sein Tier,
den Kopf zum Pferdeschwanze,
und stürmte ohne Lanze.

4. Doch kurz vor dem Zusammenprall
ein Donnerschlag, ein dumpfer Fall:
Herr Prunz mit einem Furze
den Gegner bracht zum Sturze.

5. Da brach der Jubel von der Schanz.
Herr Prunzelschütz erhielt der Kranz.
Der Kaiser grüßte lachend und
und rief: „Epochemachend.“

6. Ein Jahr darauf, Herr Prunzelschütz
saß froh auf seinem Rittersitz
mit Mannen und Gesinde
inmitten seiner Winde.

7. Da kam ein Bote kreidebleich,
und meldete: „Der Feind im Reich!
Das Heer läuft um sein Leben.
Wir müssen uns ergeben.“

8. Flugs ritt Herr Prunzelschütz heran,
lupft seinen Harnisch hinten an
und ließ aus der Retorte
der Winde schlimmste Sorte.

9. Das dröhnte, donnerte und pfiff,
so dass der Feind die Flucht ergriff.
Da schrie das Volk und wollte,
dass er regieren sollte.

10. Herr Prunz indessen todesmatt,
sprach: „Gott, der uns geholfen hat,
mög euch davor bewahren.“
Dann ließ er einen fahren.

11. Der letzte wars, der schwach entfloh.
Drauf schloss für immer den Popo
Herr Prunz, der frumbe Ritter,
und alle fandens bitter.

12. Er ward begraben und verdarb.
Die Burg zerfiel. Doch wo er starb,
steht heute eine Linde.
Da raunen noch die Winde.

neobazi · 22.09.07, 21:08 Uhr

“Eine Alm bei Wien”… :-))
Süß, die deutsche Berichterstattung, hihi. Eine Alm ist auf einem Berg. Und in Wien gibts nur putzige Hügelchen - auf einem davon war ich gestern. Reisenberg, stolze 382 Meter über dem Meeresspiegel. Da kommt man nicht einmal als untrainierte Stadtpflanze ins Schwitzen…

Und zum Müllablagern in Vorarlberg (nehm ich mal an) sag ich gar nix mehr. Ich laß mich da doch nicht provozieren! ;)

dieJulia · 24.09.07, 19:13 Uhr

Nein, diesmal waren wir im Lande Andreas Hofers, der, obwohl konservativ, einer von Opas Vorbildern ist. Alleine schon wegen seines Kampfes gegen die Bayern.

Die Auseinandersetzungen zwischen ÖVP/SPÖ und österreichischen Grünen zu diesem Thema sind eine regelrechte Posse:

2006 kam es erneut zur großer Aufregung in Tirol. Der Landtag hatte beschlossen, das Innsbrucker Riesenrundgemälde zu verlegen und ein „Museum der Tiroler Wehrhaftigkeit“ am Bergisel zu errichten, in dem die Geschichte Tirol vom Landlibell 1511 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges 1918 dargestellt werden sollte. Der Klubobmann der Innsbrucker Grünen, Gerhard Fritz, hatte daraufhin erklärt, Andreas Hofer sei weniger ein Freiheitskämpfer als vielmehr mit einem „obersten Taliban“ zu vergleichen gewesen. Der Grüne Klubobmann Georg Willi erklärte, Andreas Hofer sei „erzkonservativ“ gewesen, und auf diese Wortmeldungen brach eine Diskussion los, in der Fritz Dinkhauser von der ÖVP die Grünen als „Hosenscheißer“ bezeichnete, die lieber Lebende beleidigen sollten als Andreas Hofer in den Schmutz zu ziehen.
(Wiki)

Über die Alm bei Wien habe ich auch grinsen müssen. Wenn man bedenkt, dass Heinrich Heine mal für die Zeitung geschrieben hat ;-)

neobazi · 24.09.07, 20:10 Uhr

Ey! Tannheimer Tal kennick! Da war ich mal urlauben oder so.

undundund · 24.09.07, 20:30 Uhr

Und nicht mehr als 30 km Luftlinie oder so von hier. Knufte, wa?

neobazi · 24.09.07, 21:16 Uhr

Ähschd dufte jewissermaßen. Dat dollste: nach dem Tannheimer Urlaub sind wir nach Kempten gefahren, dort hatte Familie Nachbar aus der Heimat ein Ferienhäuschen.

undundund · 25.09.07, 00:48 Uhr

Icke damals aber noch ziemlich lütt.

undundund · 25.09.07, 00:49 Uhr

In Südafrika geboren, in Hamburg aufgewachsen, im Allgäu urgelaubt und in Berlin magistriert - ein echter Lieblingsenkel :-)

(Frühe Kindheitseinflüsse formen die Persönlichkeit am stärksten!)

neobazi · 25.09.07, 07:43 Uhr

[…] Die Bazi Airforce startet am Neunerköpfle im Tannheimer Tal und überwacht unsere Müllabfuhr nach Österreich. […]

Club der halbtoten Dichter » Generatorenkonflikt?* Nicht mit uns! · 22.10.07, 14:42 Uhr

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