rubinrot.
tausendundeinenacht, gobelin und onduleuse. granatapfellippen, die scheu hinter sieben gazeschleier glühen.
rubinrot.
eine kindlich-zerbrechliche asiatin in einem rubinrotem chinajacqard-qipao, der mit lerchen und kirschblüten zärtlich bestickt ist.
vanille.
süsslich-betörende düfte, schwer und bezaubernd. rubinrote sonnenuntergänge, träge schwebende aromen. vielleicht aus einem nahgelegenen stupa.
moment.
rubinrot und vanille sind die neuen farben der münchner suppenküche. RAL-farben sind das.
kein rattan. keine räucherstäbchen. keine banglassis. keine quasten. dafür leberknödelsuppen, grantig dekoriert mit einer handvoll schnittlauchröllchen.
woran dachte wohl der grafiker, als er die blass-blaue-käsweiße tradition zu modernisieren versuchte? gewiss nicht an die fettaugen, die großelterlich in der suppe schaukeln.
der misslungene verhübscherungsversuch, verjüngunskur, erinnert eher an eine sonnenbankgebräunte plieninger oma, die safran für ein hüftenlanges jacket hällt und damast für einen granatapfelgebräu.
schaddrum.
http://www.muenchner-suppenkueche.com/
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