bitte nicht über den sonderbaren Soundtrack zu diesem historischen Film-Material:
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Soweit ich mich erinnere, war die Sache nämlich so:
Wir kommen mit “Luise Leonhardt” aus Kitimat/British Columbia (Canada), dem ersten Ladehafen der Rückreise von Nordamerika Westküste nach Finnland für die finnische Vaasa-Line. Wir haben dort Aluminium in Barren geladen. In Vancouver, Tacoma/Seattle, Portland/Oregon, Sacramento, San Francisco, Los Angeles und San Diego in Kalifornien wird Stückgut zugeladen.
Der noch verbliebene Freiraum wird in Zentralamerika mit Kaffee in Säcken aufgefüllt. Ladehäfen hierfür sind z.B. San Jose, Acajutla, Corinto und Puntarenas. Das sind überwiegend Reedehäfen, das Schiff ist zu groß, um an die Pier gehen zu können.
Nachdem ich an einem Sonntagmorgen gegen 9 Uhr die Einklarierung mit den Behörden abgewickelt habe, ist der Landgang für die Besatzung bis 14:00 Uhr freigegeben, ein Boot bringt etwa ein Dutzend unserer Seeleute an Land. Wegen der Kürze der Liegezeit bin ich diesmal nicht dabei und begebe mich stattdessen zum Koch in die Kombüse, wo wir, während er das Mittagessen zubereitet, bis 12:00 Uhr auf dem Hackstock 7 Pullen Sekt ausknobeln und lenzen.
Nun werde ich von Sekt aber nicht lustig wie die meisten meiner Freunde, sondern besoffen und bekomme Sodbrennen. Als es dann mittags heißt: Landgang verlängert bis 16:00 Uhr, beschließe ich deshalb auch, den Kameraden an Land die freudige Botschaft persönlich zu überbringen. Der Koch hat keine Lust, mitzukommen.
Die Kneipe an Land ist voll in deutscher Hand. Mit freiem Oberkörper hat fast jeder meiner Kameraden trotz der frühen Stunde eine Senorita auf dem Schoß. Mein Freund Klaus, der Bootsmann auch. Die Hitze und der karibische Rum geben mir den Rest. Nachfolgendes kenne ich deshalb überwiegend aus Erzählungen:
Weil für uns keine Senorita mehr übrig ist, beschließe ich - zusammen mit einem spanischen Matrosen - ein Haus weiter zu gehen. Dort muß ich irgendwie einen Fehler gemacht haben. Jedenfalls sieht mich Uwe Günsch, unser Messejunge, kurze Zeit später auf der Straße vor der Nachbarskneipe liegen, wo mich zwei Polizisten mit Händen und Füßen sehr unfreundlich behandeln. Er alarmiert meine Kameraden, die mir wahrscheinlich sogar das Leben retten und mich zurückbringen in die erste Kneipe.
Als es gegen 15:30 Uhr heißt: zurück an Bord , wehre ich mich dann mit Händen und Füßen und muß von einem Leichtmatrosen mit Gewalt überzeugt werden, mitzukommen. So erzählt er mir jedenfalls tags darauf, als er sich dafür entschuldigt, mir eine geklatscht zu haben. Ich bin ihm noch heute dankbar!
Als ich wieder zu mir komme, sitze ich jedenfalls mit den andern im Boot neben diesem Leichtmatrosen, der sicherheitshalber seinen Arm um meine Schulter gelegt hat, um zu verhindern, daß ich an Land zurückschwimme. Broder Jessen, der Kapitän, betrachtet mit dem Fernglas von der Brücke seine rückkehrende Truppe. Er hat freundlicherweise die Staatstreppe heruntergelassen, das Fallreep wäre ich wohl nicht mehr hochgekommen. An Bord pinkle ich dann erstmal gegen die Luke und verdrücke mich hinten herum, die Aufbauten hoch, in die Funkbude.
Am nächsten Morgen klariere ich in Balboa mit Sonnenbrille für den Panamakanal ein. Weitere Transportschäden: auf dem Rücken fehlt ein Quadratmeter Haut. Sonst ist alles im grünen Bereich.
Moral:
Saufen macht am meisten Spaß,
hältst du ein vernüft’ges Maß.
Trinke niemals Rum auf Sekt,
selbst wenn dir die Brühe schmeckt.
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