Ich habs beim Phil drüben auch schon gesagt, aber wiederhol mich gerne. Nämlich in der Hinsicht, dass es schon ein bisserl schad ist, wenn sich jetzt ein jeder über das Veranstaltungsmotto aufmandlt, als tät die Welt untergehn. Freilich ist es eine Unverschämtheit sondergleichen, weiß doch ein jedes Kind, dass ich die literarische Zukunft Deutschlands bin und neamads sonst.
Da gäbs echt ein Füllhorn von Punkten, über die man trefflicher streiten könnte als über die Frage (die sich ja noch dazu gar nicht stellt), ob wir es denn bei dieser bunten Blosn mit Usurpatoren am Begriffe der Literatur zu tun haben oder nicht. Der Alphons Rebellmarkt und der René Nerdcore haben hierzu einen interessanten Dischkurs geliefert, gleichermaßen ist die Betrachtung der blutigen Reste des Bloggerhymens (vulgo: Adical) auf dem einstmals blütenweißen Linnen der Glaubwürdigkeit etc pp durchaus die Verschwendung von eins, zwei, drei Minuten Lesezeit wert.
Nicht einen Schnauferer wert hingegen ist ein (noch dazu an den Haaren herbeigezogenes, siehe einzig wahre literarische Zukunft Deutschlands, nämlich ich) Stellvertreter- und Scheinhaberfeldtreiben darum, was denn nun Literatur ist und was nicht.
Es gibt genug herumzukritteln daran, was gerade auf und mit manchen Seiten passiert. Man kann sich über winkelsche Unterschichtenbespaßung echauffieren oder darüber, ob der Nilz ein Stipendium tatsächlich nötig hat. Man kann drüber meckern, dass die jetzt einen Reibach machen und vielleicht gar nix zu sagen haben. Das ist dann alles Diskussion, die Sinn macht und vielleicht sogar auf irgendeine Art und Weise fruchtbar ist. Sowas würd ich mir wünschen, über sowas freu ich mich, wenn ichs irgendwo lese.
Na da müssen wir uns am 14.4. echt warm anziehen, wenn LiLi (=literarische Lichtgestalt) unter den Zuhörern weilt und mit bajuwarischen Buh-Tomaten nach uns wirft :-)
Ich sach’ nix mehr zu dem Thema; abgefrühstückt ;-) Aber schön zu lesen, dass es nicht nur mir aufstiess. Böööööörps!
Solangs a gscheits Bier gibt, du Saupreiss, du hessischer, habts ihr von mir gar nix zu befürchten :-) Und Weiber natürlich. Ich hab das zwar beim Herrn Hartz auch schon angefragt, aber das haben die ja alles nicht mehr im Programm, neuerdings.
Werbung?
Seit wann machst Du Werbung?
Pickel ausdrücken und den Darm
purgieren begeistert Millionen?
Und die halten das für Literatur?
Und ich war mal Deutschland.
Ich Armes.
Und ich will ja net bös sein, werter Oldman, aber das wissen wir ja wohl beide, dass dieses Land noch ganz andere Sachen in Begeisterung versetzt. Selber schuld, wenn man das unbedingt sein will, kann ich da nur sagen.
Super, kaum bist du wieder daheim, Edi, gibts schon richtig Kattun und Gelegenheit, einen ordentlichen Krach anzuzetteln. Und du lehnst dich wahrscheinlich zurück, a Glaserl Bessen eingeschenkt und grinst dir eins, stimmts?
Ich kann übrigens in der Sache noch nachlegen, wenns gewünscht ist, gar kein Problem, da ist noch massig Luft nach oben, das käm mir grad recht bei meiner heutigen Laune.
Na ja, ich sach da ma nix, ne. Also ich bestimme ja meistens selbst, was für mich so literarische Zukunft oder irgendwas ist, glaube ich zumindest, wobei man nie ausschließen kann, dass man nicht selbst schon ad-infiltriert ist. Auch lese ich von denen nix, den MC früher mal, warum, weiß ich jetzt nicht mehr. Also erlaube ich mir hier kein Urteil, nur im stillen Kämmerlein, im Hinterstübchen. Und: Gut, Opa, dass es “Guten Morgen” heißt, das klingt zuversichtlich, “Gute Nacht” wäre für meinen Geschmack etwas zu dick aufgetragen, zu pessimistisch, gewesen.
Ich dachte eigentlich daran, dass mich das gesamte aktionistische Kontergebrabbel, das humorfreie Belfern gegen die selbsternannte Literaturzukunft, das (nicht durchgängig, aber in Teilen) Missgunst und Neid verratende Geschrei unglaublich ermüdet.
Ich bin nicht die Schweiz. Ich will mich nicht aus allem raushalten, ich will nicht unpolitisch mich von allen Unruheherden fern halten und Konflikte aussitzen. Aber diese Sache ist mir wahrlich weitaus zu wurscht, um mich darüber aufzuregen. Mir persönlich klappen sich ja schon die Fußnägel hoch, wenn jemand sagt, ich sei ein “Blogger”. Nicht, weil ich bestreiten würde, das zu tun, was ein Blogger tut. Das wäre auch Unsinn. Aber weil ich das Wort ums Verrecken nicht mag. Es klingt doof und wirkt irgendwie tumb. Aber das ist ja nur mein Wortgeschmack. :)
Nein, mir ist wichtig, dass ich Freude am Schreiben habe, dass ich meine experimentelle Spielwiese habe, auf der ich mich ausprobieren kann, und ich freue mich auch, wenn es anderen gefällt. Keine Frage. Aber mir ist schnurzpiep, ob ich jetzt zu den Alphahörnchen zähle, zu A-, B-, C- oder X-Listen-Schreiberlingen.
Und mich regt die Scheinheiligkeit des Untergrunds auf. Ganz ehrlich! Natürlich ist es Nonsens, dass Nilzenburger, MC oder gar Herr Libbertz die wahre literarische Zukunft Deutschlands sind. Darüber wird kaum wer ernstlich in Zweifel geraten. Sie sind eine literarische Zukunft von vielen. Die Schreibe von Herrn Winkel beispielsweise hat, wie ich finde, eine bestimmte Form von Witz, Esprit oder Originalität, die ich mag, und die vielen zu gefallen scheint. Dass ich das indes vor allem unterhaltsam finde - und höchstens bedingt literarisch wertvoll - ist doch eine ganz andere Frage. Aber diese Texte wollen und sollen ja auch gar nicht funktionieren wie Texte, die meinetwegen beim Bachmann-Preis Chancen hätten. Und ob die Bachmann-Texte die wahre literarische Zukunft sind, ist auch ebenso wahrscheinlich wie unwahrscheinlich.
Mir geht nur dieses humorfreie, Neid verratende Gekeife auf den Sack! Die Blog-Szene ist weitaus zu ausdifferenziert, als dass man ihr nurmehr den Untergrundstatus attestieren könnte. Und dass Blogs per se antikommerziell, unabhängig und politisch kritisch sein müssen, ist Humbug. In der Opel-Debatte vor einem Dreivierteljahr haben die jenigen am Vehementesten dagegen gewettert, die am liebsten selbst dabei gewesen wären, behaupte ich mal ins Blaue. Ich schreibe, weil ich Spaß daran habe, und bemühe mich, auch meines Selbstanspruchs wegen, darum, gute Texte zu entwickeln. Wie literarisch zukunftsweisend die sein mögen, mag irgendwer entscheiden mögen, es ist auch nicht sehr wichtig. Wenn sich die Chance bieten sollte, dank meiner bisherigen Arbeiten in Absurdistan auch ein wenig Geld damit zu verdienen, werde ich mit Sicherheit nicht dagegen aufbegehren. Es ist doch eine Sache der Kennzeichnung.
In der Blogszene lassen sich inzwischen ähnliche Tendenzen wie in der Musikszene beobachten, wo die Indie-Kenner Bands zum Teil verachten und ihnen die “Kredibilität” entziehen, sobald sie von einem Majorlabel gesignt worden sind, alsbald also zum Mainstream gehören und ihre Unbekanntheit und damit den Insider-Kennerbonus für den Hörer als Distinktionsmerkmal verlieren.
Insgesamt habe ich das Gefühl, dass die Blogszene sich teilweise ein bisschen zu intensiv mit sich selbst beschäftigt bzw. mit den anderen im selben Gewässer. Ich sehe nicht ein, mir Meinungen oder Verhaltensregeln von außen oktroyieren zu lassen. Ich muss nichts blöd finden, nur weil andere meinen, ich hätte es blöd zu finden. Ich glaube, bislang bin ich nahezu immer respektvoll mit anderen umgegangen, freundlich und offen. Und das wird auch so bleiben. Aber, herrje, ich führe mich selbst ad absurdum, jetzt, wo ich merke, wie sehr ich selbst mich darüber aufrege, wenn manche anderen sich wegen Nichtigkeiten aufregen, obwohl ich es eigentlich derart unwichtig und egal finde, dass mir die Zeit dafür zu schade ist. Wie auch immer… :)
Mag die literarische Zukunft sein, wer will… ich werde lesen, was mir gefällt.
Ich stimme dem Blogger weitgehend zu; “eigentlich” halte ich mich auch aus derlei Schwanzvergleichen raus, weil ich lieber herum experimentiere. Manchmal, aber nur manchmal, zwackt es mich aber in der Seite und ich reisse dann halt mal die Klappe auf ;-)
Denn man sollte im Leben nicht alles unkommentiert lassen.
@phil: Das sicherlich nicht. Keine Frage. Ich persönlich finde für mich wichtig, dass ich mir eine gewisse Distanz bewahre, die immer noch Platz lässt für ein Augenzwinkern und dass ich - so heiß ich selbst vielleicht manchmal koche - erst einmal kurz abwarte, um zu gucken, wie stark mich die Sache dauerhaft erhitzt und ob sie mir den Gluteifer überhaupt wert ist. Ich habe bei dem Literaturdings erst auch verblüfft geschluckt und gedacht: Ach… oder so. :) Und dann fand ich es eher amüsant und egal. Dies variiert aber von Fall zu Fall natürlich. Und ich greife ja auch niemanden dafür an, wenn er sich aufregt. Inwiefern ich selbst diese Aufregung teile, ist ja noch eine andere Frage.
In der Opel-Debatte vor einem Dreivierteljahr haben die jenigen am Vehementesten dagegen gewettert, die am liebsten selbst dabei gewesen wären, behaupte ich mal ins Blaue.
Meister Ole, diese Art von Argumentation ist aber dito schwer ermüdend. Die schärfsten Kritiker der Elche wären am liebsten selber welche, um das olle Frankfurter-Gedicht mal abzuwandeln. Passt immer, weil keiner das Gegenteil beweisen kann. Also schaffen wir Kritik am besten gleich ganz ab.
Das ist der einzige Punkt, in dem ich Oles Sicht der Dinge nicht teile, lieber Herr Poodle. Aber auch nur, weil ich Sie und Herrn undundund aus Berlin (etwas näher) kenne.
Okay, näher kennen ist natürlich nie falsch, schon klar. Aber auch ohne näher kennen wird das Argument nicht besser, zumal es immer nur dann kommt, wenn man die Kriitk nicht teilt. Ich kann – um ein besonders plumpes Beispiel zu wählen – den aktuellen US-Präsidenten aufs Unflätigste beschimpfen, dann sagt jeder ja klar und niemand wird mir unterstellen, in Wahrheit nur neidisch zu sein, weil es aufgrund von Unfähigkeit odere was auch immer nicht langte zum US-Präsidenten. Ich habe damals zu keinem Zeitpunkt erwartet, dass jeder meiner Auffassung zur Opel-Geschichte (um die es ohnehin nur stellvertretend ging) einfach so folgt, aber bei solchen Totschlag-Argumenten schwillt mir zuverlässig der Kamm. Ein bisschen mehr wird man wohl noch erwarten dürfen, nicht? Die Welt ist schließlich kein Sandkasten.
In Sandkästen geht es ehrlicher zu, da haben Sie recht. Jedenfalls in solchen, in denen Kinder spielen.
Im Falle ihres plumpen Beispiels erwarte ich durchaus Widerspruch, z.B. von Herrn Robin Williams, den gegen Filmende etwas weinerlichen Hauptdarsteller des CdhD Films der Woche. Der Herr ist meines Wissens glühender Bush-Verehrer, einer der wenigen unter den sogenannten Hollywood-Größen.
Der Idealzustand (Opa for President) wird leider eine Illusion bleiben. Gerade weil Unfähigkeit kein Kriterium ist für diesen Posten.
Touché, Herr Poodle. Sehr richtig. Wobei: Erstens zielte ich nicht auf eine transferfähige Allgemeingültigkeit meiner Argumentationsführung. Dass auch meine Äußerungen teils womöglich aus spontanem Brast heraus getroffen wurden und zuweilen der von mir selbst gewünschten Distanz entbehrt haben, ist, was mich selbst ad absurdum geführt hat, das gebe ich gern und unumwunden zu. Prinzipiell ist mir in erster Linie an einem entspannteren, deeskalierten und besonneneren Miteinander gelegen, daran, nicht jedes Konfliktpotenzial ab ovo sonstwieweit aufzuplustern…
Und überhaupt, an der ganzen Sache ist nur der Matthias schuld. Sie können ihn ruhig fragen.
Das war nämlich so:
An diesem herrlichen Montagnachmittag liege ich in der Badewanne (rasiert bin ich bereits) weil ich beim geplanten anschließenden Spaziergang zur Elbe hinab nicht die herrliche Hamburger Frühlingsluft verpesten will. Wie fast immer, klingelt genau dann das Telefon. Anstatt fluchend tropfend die Wanne zu verlassen, denke ich: du kannst mich doch!
Es sei noch ein Rest von dem Kuchen da, den seine Mutter selbst gebacken und geschickt hat, erzählt mir Matthias anschließend vom AB. Wenn Sie den Kuchen kennen würden, wüßten Sie, warum ich sofort zurückrufe.
Ich verschiebe also meinen Elbewalk und schaue mal aus reiner Langeweile bei dem Kieler Herrn vorbei, der mir den MC streitig machen will. Und was muß ich da lesen?
“(der “literarischen Zukunft” und so; leider konnte ich diese Bezeichnung wieder nicht verhindern. Hätte der Roman ‘literarisch’ vorne doch wenigstens mit ‘ie’ geschrieben…)”
Mit Händen und Füßen hat er sich also gewehrt, der andere Matthias und was hat er nun davon? Angegiftet wird er nur von allen möglichen Seiten. Die Welt ist sowas von ungerecht …
Das wird bestimmt ein Schweinetreiben, denke ich mir und diesmal machst du mit führst du dich selbst ad absurdistan.
Wie sich so eine Sauhatz anhört (Opa bläst mit), können sie oben im Beitrag hören, wenn ich mein Horn noch finde. Viel Spaß!
Herr 404: Egal wie herum ich meinen Kopf drehe, aus dem abschließenden Zeichensalat kann ich mir nicht so ganz zusammen reimen, was es darstellen soll. Es erinnert dezent an eine zwinkernde Kuh mit einem V-Ausschnitt. Vielleicht ist es auch ein zwinkernder Herr mit Elvis-Tolle, großem Mund, Doppelkinn und Jackett? Klären Sie mich auf. :)
Eine zwinkernde Kuh kommt dem schon sehr nahe!
Allerdings ist die Kuh, ein Stier … mit Ziegenbart. Es könnte auch ein kleiner Teufel sein. Auf jeden Fall ist es irgendtwas!
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