Club der halbtoten Dichter

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ABC der Schiffe - Ingrid Leonhardt

ingrid l

Frühjahr 1977. Ich steige direkt um vom Schwesterschiff “Hans Leonhardt” , dem ersten Japan-Bau der Reederei. Zu dieser Zeit beginnen die deutschen Reeder, den Schiffbau nach Ostasien auszulagern.

Der Dampfer ist eine Rappelkiste, nie zuvor habe ich derartige Vibrationen auf einem Schiff erlebt. Als später Korea und etwa vor zehn Jahren China mit dem Schiffbau in großem Stil beginnen, ist es ähnlich.

Technische Daten:

Abgeliefert 15.4.1977 von der Ujina Zosensho K.K. Hiroshima

BRT: 7135 / tdw: 11680

Maße: 123,52m x 19,64m x10,50/8,24m

1 Zweitakt-Siebenzylinder-Motor mit 5990 PS, gebaut von Hitachi in Lizenz von Burmeister & Wain

Geschwindigkeit 13,8 Knoten

Alle hochwertigen technischen Geräte auf der Brücke und im Funkraum stammen damals noch von deutschen Herstellern und werden nach Japan geflogen.

Den durchstimmbaren 500 Watt-Sender der Firma Rhode & Schwarz mit der Frequenzgenauigkeit eines Meßsenders z.B. kenne ich bereits von der Bundesmarine. Trotz der geringen Geschwindigkeit des Schiffes sammelt sich durch die Vibrationen in kurzer Zeit im Bulleyekasten eine große Anzahl mechanisch beschädigter elektronischer Bauteile wie Widerstände und Kondensatoren - ein ewiges Ärgernis.

Aber ich treffe zwei gute Bekannte auf dem Schiff wieder: meinen Freund Tekangui Utiera aus der Südsee:

tekangui 2

und als 1. Offizier Herrn Kurzbuch, einen meiner späteren Lieblingskapitäne:

kurzbubi

beim Besuch im Café Sperrmüll (Foto nach einigen Caipis aus der Hüfte geschossen)

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Wir unternehmen eine bemerkenswerte Reise nach Kalimantan (Borneo), der Ladehafen heißt Banjarmasin, und laden dort Logs (Holzstämme) auf Reede.

Man spricht damals noch nicht von illegalem Holzexport:timber mafia

Die Logs werden zu Flößen zusammengebunden und zum Verladen auf Reede hinausgeschleppt.

greenpeace

Heute ist Greenpeace ständig vor Ort und identifiziert illegalen Holzabbau und -export.

riesige mengen

Es sind riesige Mengen, die häufig in illegalem Raubabbau dem indonesischen Dschungel entzogen werden und den Lebensraum der Ureinwohner und der Tierwelt dort einschränken.

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Wenn Sie mehr über diese Aktivitäten erfahren möchten, lesen Sie bitte:

Hier und sehen/hören Sie hier.

3 Kommentare

Im Fahrwasser der Asiaten soll es angeblich auch den deutschen Werften inzwischen besser gehen, zumindest was Nischenpodukte betrifft (Luxusjachten und son Scheiß). Ist Seemann in Deutschland eigentlich noch ein attraktiver Beruf für junge Menschen, oder ist die Perspektive vergleichbar mit der eines Kohlekumpels?

mq · 26.03.07, 22:06 Uhr

Seefahrt ist not gilt in einer gewissen Form noch heute.

Wenn junge Menschen (unter den besten Kapitänen meiner letzten Firma ist eine Frau) den Willen und die Befähigung haben, in der nautischen oder technischen Laufbahn bis zum Kapitän/Leitenden Ingenieur durchzusteigen, würde ich durchaus nicht abraten.

Der Beruf des “einfachen” Seemanns ohne diese Befähigung hat bereits seit ein paar Jahrzehnten keine Zukunftsaussicht und führt in die Arbeitslosigkeit.

Idealistische Spinner, wie ich einer war, kommen heute viel bequemer mit Billigfliegern in die Welt hinaus.

Neo-Bazi · 27.03.07, 04:49 Uhr

[…] MS “Ingrid Leonhardt” unter dem Kommando von Stefan Schmidt aus Lübeck, dem späteren Kapitän der Cap Anamur, kam ich […]

Club der halbtoten Dichter » Images of the World (11) · 13.11.07, 00:12 Uhr

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