Nach erfolgreichen Bootsmannslehrgängen und kurzer Tätigkeit in der Eifel und auf der Hardthöhe hat die Marine endlich ein Einsehen mit mir. Vor allem aber hat sie ein Schiff für mich: Am 16. Juni 1964 bin ich als Funkmeister dabei, als bei der Stülcken-Werft in Hamburg das Geleitboot “Braunschweig” in Dienst gestellt wird:

Auszug aus der einschlägigen Marine-Literatur:
Südlich der Insel Leröy hatte das Geleitboot am 20.1.1965 Grundberührung und ging am 2.2. zu Reparatur- und restlichen Werftarbeiten nach Hamburg in die Werft.
Ich versuche, mich zu erinnern. Mit 24 bin ich als einer der jüngsten Bootsleute der Bundesmarine permanent im Zwiespalt. Militärisch bin ich zwar selbst als Divisionsfeldwebel der 3. Division an Bord ein totales Embryo, das ganze Affentheater lässt mich kalt. Noch heute habe ich Albträume: der Admiral kommt an Bord, ich muß “Seite” pfeifen wie immer, aber wo kriege ich jetzt eine gebügelte Hose her? Fast immer muß einer meiner Kameraden aushelfen.
Andrerseits soll dieser ganze zeremonielle Scheiß natürlich perfekt klappen, entweder machen wir eine Sache richtig oder gar nicht. Vor allem das Fachliche, also die Fernmelderei, muß sitzen, da zählt kein Mittelmaß. Aus dem Work Up Trainig in Portland, UK, gehen nur der Artillerieabschnitt und die Funkerei mit der Abschlusswertung “excellent” hervor. Und das, obwohl mich meine Kameraden während der Abschlussbesichtigung volltrunken an der hochgeklappten Koje festschnallen müssen.
Gottseidank habe ich in meinen Unteroffizieren, den Obermaaten Arenhövel, König und Müller, ausgezeichnete Fachleute, die das ähnlich sehen und huntertprozentig mitziehen. Bis auf Werner Pasta, einen guten Schlagzeuger aus dem Württenbergischen, sind alle Funker wehrpflichtig, vom Buchhändler bis zum Schwellenarbeiter bei der Bundesbahn, ein toller Verein. Der Fernmeldeoffizier ist ein harmloser Spinner aus Kiel ohne jede Ahnung. Den Einbau eines Wetterkartenschreibers wollte er ablehnen (… damit das Schiff nicht noch toplastiger wird). Das haben wir natürlich verhindert.
Die “Braunschweig” liegt im Januar 1965 in Haakonsvern:

einem Marinehafen in der Nähe von Bergen in Norwegen. An Bord befinden sich Zivilisten des Schiffserprobungskommandos, die in der Maschine Messungen vornehmen. Man benötigt dazu tiefes, aber ruhiges Gewässer. Der Björnafjord südlich von Bergen, gleich an den berühmten Hardangerfjord angrenzend, bietet diese idealen Voraussetzungen:

Jeden Morgen, noch vor dem Frühstück, mache ich einen kleinen Dauerlauf, so an die 3000 Meter. Manchmal begleitet mich auch einer der Unteroffiziere oder Mannschaften beim Joggen. Am Wochenende kraxeln wir tagsüber in den Bergen herum, da haben wir dann meistens eine Flasche Charly Päng dabei und abends trifft man sich in Bergen in der “Fregatten” , so was ähnliches wie eine Disco der 60er Jahre.

Ich meine, der Gefreite hieß Bittscheidt. Ganz sicher bin ich aber nicht.
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Mein liebster norwegischer Kumpel sieht ein bißchen aus wie Nietzsche:

und klingt so:
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