Eine Maus ist was Kleines, Knuffliges, Niedliches, Quirliges. Kurzum: lieber sehen wir eine Maus als eine Ratte – ort-unabhängig. Und, lieber sehen wir eine Maus in einer U-bahnstation als in der eignen Küche. Doch am liebsten sehen wir, wie eine Maus von einer Schlange verspeist wird, so hat sie – die Maus – Nutzwert, und kann ihrer rein dekorativ-unterhaltende Sinnlosigkeit entfliehen.
Die Kröte, alt und träge, ist exotisch. Die Eier, meist faul oder dick, sind ungesund und verstopfen die Arterien, genießbar in kleinen, besonnenen Mengen.
Asche, auf den Haupt gestreut, ist allenfalls ein Abfallprodukt und verfliegt leicht. Pulver, ob scheuer- oder schieß-, hat zerstörerische Eigenschaften, Nichts was man gern in der Hosentasche mit sich trägt. Rafft man sich zu solchen mutigen Taten, so muss das Zippo in die andere Hosentasche.
Moos gehört ebenso wenig in die Hosentasche. Eine nützlichere Verwendung findet Moos als Gestaltungsmmittel in einem Grabmalgesteck. Formbar und dehnbar sind nicht nur Prinzipien und Begriffe, sondern auch die Knete. Einer besonderen Elastizität erfreut sich die des Staates, wie auch die Kreativität dessen.
Besonders problematisch erweist sich die Entsorgung des Kies’: aus der ökologischen Gedanken erwachsen, statt Streusalz wird nun Kies auf die Fahrbahn geworfen um im Frühjahr, mühselig und mundgeschützt, ihn wieder zusammenzukehren und auf die Sondermülldeponie zu karren.
Die Schotten sind, bekanntlich, die Schwaben Europas - ihnen wird einer Knauserigkeit angedichtet.
Weshalb, so frage ich mich, wird im Deutschen, mit dem Geld stets Ärgerliches, Gefährliches oder schlicht weg, Unvorteilhaftes assoziiert?
Anders ist es im Amerikanischen. Die Amis essen für ihr Leben gern und viel. Und sie besitzen gern viel Geld, was unmittelbar mit Macht und Weltherrschaft zusammenhängt. Demnach, ist, beispielsweise »dough« (zu deutsch »Teig«) nicht nur voll mit zukunfstträchtiger Wandelbarkeit assoziiert, sonder auch mit Fülle, Genuss und – im Fall von Brot – Grundsätzlichem, Selbstverständlichem. Und wenn man beim Bäcker vorbei schlendert, riecht es immer gut. Immer.
Nun, stolperte ich über eine weitere Redewendung, die im Englischen hübsche und angenehme Bilder hervorruft. Das deutsche Pendant ist ein Schimpfwort. Die Rede ist vom »early bird special«. Hier geht es nicht um List oder Schlafstörungen. Viel mehr entstehen malerische Landschaften mit emsigen, glücklich zwitschernden Vöglein, die mit Grazie und Geschick, in der Morgenröte, den Wurm im Schnabel tragen.
Welche Bilder entstehen bei dem Wortmonster »Frühbucher«? Bundeshaushaltsdebakel, apokalyptische Marktprognosen, düstere sommer- wie winterschlußverkaufsmassaker, verzweifelte Kramschkisten und die kränkliche Aufblähung der Unterschicht, generische Produkte, Rudis Reste Rampen, Holzfunier und Couchgarnituren. Eile und hast, undifferenzierte Gier und Hass.
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