Club der halbtoten Dichter

Club der halbtoten Dichter

Seit Opa berühmt ist

geschehen merkwürde Dinge in seinem kleinen Reich. Gestern nachmittag zum Beispiel - ich wollte gerade ein Latschenkiefer-Bad genießen - klingelte es. Der Ringtone zeigte an, daß der Einlaßbegehrende sich bereits in den 14. Stock vorgekämpft hatte. Ich öffnete, unrasiert und in Unterhose: ein fremder, mir unbekannter älterer Herr mit Rucksack und schwanzwedelndem Schäferhund lachte mich freundlich an und verkündete: “Hallo, ich habe Bier mitgebracht.”

Ich scheine etwas blöd aus der spärlichen Wäsche geguckt zu haben, denn der Alte fügte hinzu: “Du stehst doch in der Zeitung.” Wahrscheinlich meinte er das. Aber irgend etwas stimmte an der ganzen Sache nicht: Man bringt kein Bier mit in eine Kneipe und ein deutscher Schäferhund wedelt nicht vor wildfremden Leuten. Plötzlich fiel es mir wie Schuppen aus der Flechte: der Hund kannte mich und auch ich erkannte ihn wieder. Es war Moses aus der Schule für trained animals dieses Vereins:
המוסד למודיעין ולתפקידים מיוחדים (Mossad)

Das passte mir nun überhaupt nicht ins Programm, denn ich erwartete einen ganz anderen Gast:

sekretär

Hadschi Halef Omar, Gesandter Seiner Hoheit, Scheich Maktoum bin Raschid Al Maktoum von Dubai:

dubai

Ich wimmelte den Mossad-Agenten also so schnell wie möglich ab, nahm mein Bad und bekleidete mich dem würdigen Anlaß entsprechend mit der Uniform des Zeremonienmeisters des unlängst aus der Taufe gehobenen Bazi P.E.N.N. Clubs:

zermonienmeister

Und jetzt fällt mir auch wieder ein, was ich eigentlich sagen wollte.

Meine Damen und Herren, wir stellen vor:

bazipennclub

Aufsichtsratsvorsitzende: Frollein Müller - EL.

Vorstandsvorsitzender: Herr Andie Kanne

Stellversitzende Vortreterin: Die Schwester der Nacht

Zeremonienmeister: Kara Edi Ben Bazi
Lyrisch aktive mit und ohne Glieder:


Die Betrachterin des Guten wie des Bösen

Der Poet der Düfte

Der Jäger auf dem Grunde

Ole, die Rose aus der Dose

Der einen an der Murmel hat

Der Verkinder der Wahrheit

Der Urenkel eines Tresorknackers

Der Dichter für die ganze Familie

Näheres über den neuen Club der zotigen Literatur und sein Zustandekommen können Sie hier erfahren.

9 Kommentare

Bei mir klingelte gestern Abend ein Schäferhund mit Rucksack und ein älterer schwanzwedelnder Herr …

Phil · 18.10.06, 12:22 Uhr

Bei mir klingelten gestern abend die Ohren, und als ich an die Tür ging, war keiner da. Dein Nachtgewand ist eines Edel-P.E.N.N.ers würdig, und der Dolch taugt auch zum wedeln.

Muffelyriker · 18.10.06, 12:38 Uhr

Bei mir klingelte es, als ich auf diese Bilder vom Dom zu Siena gestoßen bin, die nämlich eindeutig beweisen, daß der OPA sogar einen eigenen Eingang bekommen hat. Er muß wirklich berühmt sein, dieser OPA. Dies steht nicht einmal dem Papst zu…

fely · 18.10.06, 15:06 Uhr

Bei mir klingelte gestern niemand. Nicht einmal die Eule rief meinen Namen. ;)

Ole · 18.10.06, 15:20 Uhr

Bei mir klingelte gestern Abend ein Schäfer und ging mir mächtig auf den Sack. Als er vor mir rumschwänzelte, durchfuhr mich ein Ruck und ich gab dem Hundling ordentlich mit einem älterenWedel.

Andie Kanne · 18.10.06, 17:24 Uhr

Leute, ihr seid echt gut drauf. Da kann sich so mancher Ringtone Competitor beim allergeilsten MC ‘ne Scheibe von abschnippeln :-)

Es sei mir ausnahmsweise gestattet, heute mal die Opas besonders zu loben. Deren unermüdlicher Forschergeist und kreatives Schaffen ist nicht mehr zu überbieten!!

Neo-Bazi · 18.10.06, 17:58 Uhr

Bei mir klingelte gestern Abend ein jungger Mann, der mir eine furchtbar traurige Geschichte erzählte, so von wegen, er sei gerade aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er wegen des Besitzes von 2 Kilo Crack gesessen hatte und sammele jetzt Unterschriften für das Verbot von Drogen. Ich fand das nett und bot dem junggen Mann ein schwarzes Getränk an, von der Sorte, derer es viele gibt in Bayern, aber nachdem er zu einem halben Achtel ausgetrunken hatte, hielt er mir eine weitere Unterschriftenliste unter die Nase, da standen so Namen wie Bunte, Spiegel, Focus, Praline, FAZ, Die Welt, Die Zeit, Die Ärztenzeitung und obendrüber ganz klein Abonemment. Ich bot ihm eine Banane an, weil er dann irgendwann meinte, er hätte kaum Geld für´s Essen. Die wollte er nicht, also aß ich sie und streute mir ein bisschen Salz drauf, dann hatte er es auf einmal sehr eilig, die Wohnung wieder zu verlassen.Was sagt mir das für die Zukunft: bei jeder Geschichte das Salz nicht vergessen, sonst könnte es ein blödes Ende nehmen.

Chris · 18.10.06, 18:15 Uhr

Mir gefällt an unserem Meister K.E.B.B. vor allem das offen kulturübergreifende, weltenvereinende Gesicht, das er unserem Laienlyrikverein verleiht.

Dazu passt übrigens das letzte und gelungenste Gedicht aus der Trilogie der jungen Nachtschwester, es ist ägyptisch angehaucht (die ägyptische Sprache kennt keine Reime).

Es ist das letzte von dreien, ein Drittel meines lyrischen Gesamtwerkes, das poste ich nicht einfach so.

Können die geschätzten Dichterkollegen mit der diffizilen Thematik überhaupt etwas anfangen? Es beginnt nämlich so:

Isis und der Mond
auf dem Rücken der Sphinx

Als stellversetzende Vortreterin fordere ich zur Fortsetzung auf.

nachtschwester · 19.10.06, 00:38 Uhr

opa, dieses bild von dir ist grenzgenial. lange nicht mehr so gelacht. danke dafür!

lylo · 19.10.06, 00:55 Uhr

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