Club der halbtoten Dichter

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Klausnerleben und Himmelfahrt

Wilhelm Busch

anton1

Der heilige Antonius - so wird berichtet -
hat endlich ganz auf die Welt verzichtet;
Ist tief, tief hinten im Wald gesessen,
Hat Tau getrunken und Moos gegessen,
Und sitzt und sitzt an diesem Ort
Und betet, bis er schier verdorrt,
Und ihm zuletzt das wilde Kraut
Aus Nase und aus Ohren schaut.
Er sprach: “Von hier will ich nicht weichen,
Es käm’ mir denn ein glaubhaft Zeichen!”

anton 2

Und siehe da! - Aus Waldes Mitten
Ein Wildschwein kommt dahergeschritten,

anton 3

Das wühlet emsig an der Stelle
Ein Brünnlein auf, gar rein und helle.
Und wühlt mit Schnauben und mit Schnüffeln
Dazu hervor ein Häuflein Trüffeln.

Der heilige Antonius, voll Preis und Dank,
Setzte sich nieder, aß und trank
Und sprach gerührt: “Du gutes Schwein,
Du sollst nun ewig bei mir sein.”

So lebten die zwei in Einigkeit
Hienieden auf Erden noch lange Zeit,

anton 4

Und starben endlich und starben zugleich,
Und fuhren zusammen vors Himmelreich. -

“Au weih geschrien! Ein Schwein , ein Schwein!”
So huben die Juden an zu schrein.
Und auch die Türken kamen in Scharen
Und wollten sich gegen das Schwein verwahren.

Doch siehe! - Aus des Himmels Tor
Tritt unsre liebe Frau hervor.
Den blauen Mantel hält die Linke,
Die Rechte sieht man sanft erhoben

anton 5

Halb drohend, halb zum Gnadenwinke;
So steht sie da, vom Glanz umwoben.

“Willkommen! Gehet ein in Frieden!
Hier wird kein Freund vom Freund geschieden.
Es kommt so manches Schaf herein,
Warm nicht auch ein braves Schwein!!”

anton6

Da grunzte das Schwein, die Engelein sangen;
So sind sie beide hineingegangen.

Mehr von Opas Lieblingsheiligen erfahren Sie hier.

30 Kommentare

“Es kommt so manches Schaf herein,
Warum nicht auch ein braves Schwein!!”

Das ist mein Spruch der Woche. :-)

sillerbetrachter · 09.10.06, 09:46 Uhr

Sehr schön auch, dass dem braven Schwein auf dem Weg durch die Pforte noch schnell Flügel wachsen. So also wird man zum Cherubim - auf Erden ‘ne (trüffelgrabende) Sau sein. Aber leider braucht es auch ein Ringelschwänzchen, und wer kann das schon bieten?

Andie Kanne · 09.10.06, 11:15 Uhr

Haut mich nur richtig in die Pfanne,
Frau Sillerin, Herr Andie Kanne.
Der Opa knüpft sich nun erst recht
‘nen Seemannsknoten ins Gemächt.

Es kam ihm unlängst eh zu Ohren,
daß alle in der Hölle schmoren,
die seine Freunde sich einst nannten
und seine näheren Bekannten.

Wer will denn heut noch in den Himmel?
Wer braucht schon einen Ringelpimmel!
Viel besser passt zum Höllenglanz
ein aufgereckter Teufelschwanz.

Neo-Bazi · 09.10.06, 12:02 Uhr

Ein Seemannsknoten im Gemächt
da staunt die Damenwelt nicht schlecht.
Bis gestern noch war er bekannt
als weltgereister Funkadjudant.

Kaum ist er seinem Job entpflichtet
er Blogger wird wird mit grossem Ruhm
flugs die Interessen umgeschichtet
bei Pimmelfragen gibt er sich immun.

Der gute Anton kann’s nicht glauben
so lange Jahre als Fan dabei
der Opa nun fängt an zu schnauben
der Himmel sei ihm einerlei!

Die Hölle sei sein Ideal
er brennen will am Marterpfahl.
Mit Teufelsschwanz, der aufgeweckt
zur letzten Himmelfahrt sich streckt.

Lass Dir raten Opa, um der Seele willen
das ganze noch zu Überdenken
ein Ringelschwänzchen zu haben, muss nicht gleich heissen
im Sündenpfuhl sich zu versenken.

Andie Kanne · 09.10.06, 13:05 Uhr

mit knoten im gemächt, da wird manch heilgem schlecht.
ob allerdings der satan, den knoten dort dann ab kann?

sillerbetrachter · 09.10.06, 14:06 Uhr

Herr Satan will den Knoten ab:
Nach Vorbild von Herrn Alexander
verfehlt er aber Gordios knapp
Und teilt den Arsch nur auseinander.

mq · 09.10.06, 14:24 Uhr

Der Phil, der grinst hier ganz im Stillen,

denn Opas aufgereckter Schwanz,

steht nur nach diesen blauen Pillen

in des Teufels feuerrotem Glanz.

Phil · 09.10.06, 15:22 Uhr

Unlängst vernahm ich frohe Kunde
aus der erlauchten Bloggerrunde.
Ob edler Herr, ob schöne Frau -
manchmal auch weiß mans nicht genau -
Ob hundearm, ob schweinereich:
Was zählt, das ist der Schwanzvergleich.

Deshalb die Sache mit dem Knoten,
sonst steht der Opa nicht auf Zoten.
Denn wenn ein Schwänzlein gar zu lang
wird schnell manch andrem Blogger bang.

Ja, vielen sind die Zahlen wichtig
als seien sie gar meldepflichtig.
Und was denkt ihr? Nun ratet mal:
dem Opa ist das scheißegal!

Drum ohne Rücksicht auf Bestürzung:
Der Knoten dienet der Verkürzung.
Es ist nicht gut, herauszuragen.
Das laßt euch ruhig von Opa sagen.

Neo-Bazi · 09.10.06, 15:29 Uhr

Opas Pillen, ohne Scheiß,
lieber Phil, sind alle weiß.
Und woher kennst du so genau
die selt’ne Pillenfarbe blau?

Neo-Bazi · 09.10.06, 15:46 Uhr

Aber Opa, es geht in diesem Stück,
doch nicht um Zahlen!
Kurz und dick
lang und schmal,
den Damen scheint’s oft auch egal.
Hauptsache, und das Sprüchlein geht runter, zart
stinken tut er und ist knüppelhart!

Andie Kanne · 09.10.06, 17:46 Uhr

ritze ratze, voller tücke, schafft der opa hier ne lücke!

herold · 09.10.06, 18:52 Uhr

Allerwertester Herr Kanne,
da spricht wohl das Kind im Manne:
zu früher oder später Stund
nimmt es alles in den Mund.

Muffeln darf es freilich nicht,
weil es dann zu schnell erbricht
was es als Ejakulat
gerade erst genossen hat.

So erweist sich das orale
gar zu schnell als das fatale
ebenso wie das anale
auf dem Kiez in dunklem Saale.

Eigenartige Gerüche
dringen oft auch aus der Küche,
daß man denkt: schon wieder Fisch
im Ramadan als Mittagstisch.

Neo-Bazi · 09.10.06, 19:00 Uhr

Schon tritt ein Herold aufs Parkett
und singt das Lied von Pussy Cat.

Neo-Bazi · 09.10.06, 19:06 Uhr

Beim Mittagstisch im Ramadan
Der Mullah klebt am Arztroman.
Es lechzen seine schönen Schwestern
Nach frischem Fische von vorgestern.

Totalanonym · 09.10.06, 19:40 Uhr

Im Ramadan,
wenn mein Wissen mich nicht verlässt,
man zwischen Morgen und Abend
sich weder am Weibe noch Fische labend
sondern betend nach Hammed die Sinne lechzt.

Wer spricht auch gleich von so fiesen Dingen,
wie Anal- und Mundspülung,
um den Pimmel auszuwringen?

Es geht doch wohl mehr um die heiligen Sachen
Missionarsstellung und andere,
die Freude machen!

Der Anton aus Padua, als Vorbild genannt,
hat oben am Anfang gehörig galant,
das Schwein auch nicht gleich beim Hintern gepackt
und den Pimmel dort irgendwo-rein versackt.

Er hat es, um ganz genau zu sein,
benutzt als Super-Trüffelschwein;
wenngleich er auch abends einschlief beim Schwein
wollte er nicht der lustgeile Sodomist sein.

Im Gegenteil,
dank der guten Moral
gingen die beiden zusammen
bei Petrus durchs Himmels-Portal.

Andie Kanne · 09.10.06, 19:44 Uhr

Des Verseleins genormtes Maß
war dieses Mal ein wenig blaß.
Doch einerlei, der Opa las
die Zeilen mit ‘nem Riesenspaß.

Neo-Bazi · 09.10.06, 19:52 Uhr

Am langen Ende
ich muss es bekennen
wollt ich unbedingt noch
den Petrus benennen.

Doch auch so,
ich will noch hoffen
liegt Polen wie immer völlig offen.
Die Verse vom Fisch vom Tage vor gestern
sind unbeantwort’
ich will ja nicht lästern,
doch:

Ran an die Tasten
die die Welt bedeuten
um ihm ganz sauber
eine reinzuläuten!!

Andie Kanne · 09.10.06, 20:05 Uhr

…ich wusste es; hier wird’s noch richtig lustig :-)

Phil · 09.10.06, 22:57 Uhr

Ich versuche nicht, hier mitzuhalten, ihr Genitalpoeten!
Lange nicht so gelacht :-D

nachtschwester · 10.10.06, 14:58 Uhr

Beinah hätt verpasst - oho!
ich diese Show, die Franz Villon
verblassen ließe, aber der
wird blasser heute nimmer mehr.

Ein Teufel mit Schwanz und gelbem Haar
und langen Fangzähnen sogar,
und einem aufgereckten Schwanze,
der würde auf dem Himmelstanze

tatsächlich NIE durch Paradieses Pforte
schreiten, sondern gleich zur Hölle gleiten,
und wäre dort im Schoß der Sünde
auch weitaus glücklicher, ich finde,

denn nichts gibt´s in dem Höllenpuff,
- egal ob vorne, hinten, runter, ruff -
was er hier NICHT probieren könnt,
drum ist sein eigentliches Element

der Höllentanz mit Schweif und Schwanz!
Ach, ich vergaß die Schwestern ganz:
die schönen, lechzenden nach Fische!
Wohlan, die trifft er nun gleich auf dem Tische…

Villon´s Enkel · 10.10.06, 20:39 Uhr

Es ist bekannt seit alter Zeit:
selbst allergrößte Sauberkeit
kann leider nicht vermeiden,
am Fischgeruch zu leiden.

Das wissen auch die Schwestern
und zwar nicht erst seit gestern.
Duftwässerchen und Salben
nutzen sie allenthalben.

Vermeiden so mit viel Geschick
die Aura einer Fischfabrik.
Dann strömen durch die lauen Lüfte
verführerische Liebesdüfte.

Und durch die männlich feine Nase
gerät im Zustand der Ekstase
- beflügelt auch durch Herz und Lunge -
Stinkfingerlein und fleiß’ge Zunge.

Sogar der heilige Johannes,
ein substanzieller Teil des Mannes,
begänne sich zu regen,
hört man auf allen Wegen.

Neo-Bazi · 11.10.06, 12:20 Uhr

Die Lust, wenn sie steril und klinisch
wie ein olfaktorisch´ Koma
mir erschiene, wäre zynisch!
Nein, die Liebe braucht Aroma!

Villon´s Urenkel · 11.10.06, 12:50 Uhr

Sang bereits, wie jeder weiß,
schon Sven Väth im Lied Dein Schweiß.
Bleibe trotzdem auf der Hut -
zuviel Aroma ist nicht gut.

Neo-Bazi · 11.10.06, 14:04 Uhr

Schnell, bevor der Thread verebbt
‘nen alten Witz noch eingewebbt.

Kommt der Stevie Wonder, blind
in einen Laden, wo frische Fische sind
Er ruft -man ahnt, gleicht schädelts-
ein herzhaft: Hallo Mädels!

Meine Herren sie schweifen ab!
Das Thema war die Himmelfahrt
vom heil’gen Anton und seiner Sau
es ging nicht um ‘ne Stinkefrau.
Auch nicht um’s Fischen, ganz banal
in einem triefenden Geschlechtskanal.

Es ging,
wenn ich mich recht erinner
um Opa, diesen schlimmen Finger.
Dem Petrus eine Abfuhr geben,
nach dem erfüllten Seemannsleben.
Und meint er wölle
lieber schmor’n wie Adolf in der Hölle.

Opa lass’ ab von diesen Gedanken
die Deine sonst so weise Schläfen umranken
ein Ave Maria könnt es richten,
dich wieder im Kreis der Himmlischen zu sichten.

AK47% · 11.10.06, 17:24 Uhr

Mir ist der Weg hinauf, ganz ehrlich,
viel zu steil und zu beschwerlich.
Auch stört mich die Langeweile
in dem überird’schen Teile.

Statt umschwärmt von süßen Putten
bin ich lieber bei den Nutten.
Mit Hosianna singen, jubilieren
solln sich andre verlustieren.

In der Hölle sitzt mein Vetter
Bonifatius Kiesewetter
im Kreise höchst versauter Damen.
Da will ich hin. In Ewigkeit Amen.

Neo-Bazi · 11.10.06, 18:37 Uhr

Meinst Du echt es gibt im Himmel
gar kein freudiges Gewimmel?
Und auch dein erlauchter Vetter,
dieser ominöse Kiesewetter,
ist doch wohl beim Teufel nicht
nur weil er von “Scheisse” spricht!

Auch die Damen, die den Samen
mal für ein paar Scheine nahmen
Werden in der Höll nicht brennen
nur weil wir mit ihnen pennen.

Jafürwahr da schmor’n echte Schlechte.
Genozid-Freaks, Folter-Knechte.
Solche die, viel Menschen schwör’n
besser nie geboren wär’n.

Und da seh ich weder Dich,
noch genausowenig mich,
irgendwie dazugehör’n.

Lass uns wie der Alois
erstmal seh’n wie’s oben is!
Und bei Schmaizla, Bier und Manna
grölen wir erfreut Hosianna!

Andie Kanne · 11.10.06, 19:26 Uhr

Na, mit Schmaizla, Bier und Manna
wurd schon mancher Mann in´n Himmel
reingelockt, und was war danna?
Drin verlor er seinen… also seine Männlichkeit, meine ich.

Villon´s Urenkel · 11.10.06, 21:55 Uhr

Dann lasst uns erstmal bleiben
hier im grauen Erdental,
lecker ein Humpen pumpen,
dann vielleicht ‘ne Prise Schnupf
hinterher die Klöten schaukeln
und auf lekkere Dinger druff.

Das vielleicht als Kompromiss
bis das mit Oben sicher ist?

Andie Kanne · 11.10.06, 22:04 Uhr

DER Kompromiss erscheint mir weise!
Die Menschlein neigen ohnehin
dazu, auf Erden schon mit Fleiße
sich zum Jenseits hinzuziehn.

Nun gut, was mich betrifft, Herr Kanne,
und auch die andern werten Herrn,
fernab vom tiefen Höllenbanne
und auch von hellen Höhen fern

da lässt sichs wirklich trefflich leben!
Selbst wenn zum Himmel es nur stinkt
und auch wenn´s Unglück gleich daneben
bleibt´s Lebensglück doch Urinstinkt!

Villon´s Urenkel · 11.10.06, 23:42 Uhr

[…] Gründungsmitglieder sind automatisch alle Kommentatoren, die einen lyrischen Beitrag zu diesem hochpoetischen Artikel abgeliefert haben. […]

Club der halbtoten Dichter » Freitag der 13. · 13.10.06, 10:49 Uhr

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