Club der halbtoten Dichter

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Stationen einer ungewöhnlichen Karriere (28)

Die letzten Einsätze erfolgten ausschließlich in der Südamerikafahrt.

Cap Trafalgar:

trafalgar
04.06.90 - 31.10.90
26.06.91 - 13.08.91
30.09.91 - 23.02.92
13.04.92 - 19.07.92
In Europa wurden die Häfen Hamburg, Bremerhaven, Rotterdam, Antwerpen, Tilbury, Le Havre und Lissabon bedient, in Südamerika wurde in Recife, Salvador de Bahia, Rio de Janeiro, Santos, Rio Grande do Sul, Montevideo und Buenos Aires geladen und/oder gelöscht.

eric
Das ist Eric, Sohn eines ganz hohen Tiers beim Otto-Versand. Auf Anweisung des Kapitäns nahm ihn Opa unter seine Fittiche und scheuchte ihn erst einmal auf den Vormast. Eine gute halbe Stunde an Deck reichte und der Junge hatte einen tierischen Sonnenbrand:

quark
Die Frau des Leitenden Ingenieurs wußte, was zu tun war: Quark aus dem Kühlraum des Kochs. Der Bub hat wunderschön gejodelt. Aber geholfen hat’s wirklich, sehr zu empfehlen.

Auf diesem Schiffstyp befand sich erstmalig der Funkraum nicht mehr hinter der Brücke, sondern in Höhe des Hauptdecks zwischen Wäscherei und Schiffsbüro. Man war ausgerüstet mit einer Satellitenanlage, konnte also problemlos telefonieren und faxen. Die Tage der Funker waren gezählt, das war mir sofort klar. Ganz großer Nachteil: die Klimaanlage konnte nicht abgeschaltet werden, sehr wahrscheinlich der Grund für mein späteres chronisches Rheuma.

Und das ist Robbie:

robbie
in seinem mexikanischen T-Shirt, das ich heute noch trage, wenn ich auf dem Kiez mal angeben möchte. Er wohnt jetzt mit seiner Freundin in Lübeck und ist Kapitän auf einem Container-Zubringer.
Ich kann seinen Dampfer vom Balkon aus sehen, wenn er in Hamburg liegt, leider ist die Liegezeit immer viel zu kurz. Damals hat er mich manchmal geweckt, wenn ich auf Wache wegen Arbeitsüberlastung kurzzeitig eingenickt bin.

Und dat war dat letzte scheun Schip:

Cap Polonio:

polonio1
15.09.92 - 30.06.93 (gleiches Fahrtgebiet wie Cap Trafalgar)

Nun zog sich Opa ganz ins Privatleben zurück:

privatleben

Unvergessen:

Alle Kadetten der “Avon” und Didi Dabels.
Ihren AO, Herrn Jasser und unseren 2. Offz. Volker Ueckert.

Decksinspektor Kapitän Rabe.

Die Kapitäne Gerber, Rehder, Schneekloth, Stolle, Scholl, Hagen, Raff, Rau, Dücker, Scheuch und Stomberg.

Die Kollegen Steinmetz, Maskos, Köhn, Pump und Adloff.

Die Bootsleute Strohmeier, Hugo und Reimer Busch.

Oase Oliver Rodenberg, Storie Ahlden, Schrotti Hinz und Pinky der Kunstmaler.

Meine Freunde Christian Kleinke, Christian Wiemann, Michel Dewi, Jost Esser, Hajo Janssen, Thorsten Hübner, Sven Delger, Thomas Säcker, Jan Spiesen, Oliver Wipperfürth und ganz besonders Lutz Graefe.

Aus dem Hochhaus: Betriebrat Schubert und seine beiden Vorgänger sowie die Herren “Mensch” Böttcher, Neiling, von Waldegg und Nicolaysen.

Lesen Sie hierzu auch:
Gegen das Vergessen

und

49 %

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11 Kommentare

Der Cabrio Privatier. Nobel geht die Welt zugrunde, Opi..

burnston · 08.03.06, 10:18 Uhr

boah. steiler wagen, herr kollege.

undundund · 08.03.06, 11:38 Uhr

@Opa: Ich hatte eine andere Automarke in Erinnerung. Gibt’s vielleicht noch eine Beichte?

fely · 08.03.06, 15:36 Uhr

Er nu wieder mit seinem Elefantengedächtnis. Poodle würde sagen “Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?”

Ich aber sage dir: “Vertrauen ist das Grundwasser des Herzens.”

(Einer der drei Leitsprüche dieses ehrenwerten Clubs).

Du bekommst schon noch Gelegenheit, über die Firma Adam Opel bzw. General Motors herzuziehen, es wird nicht mehr lange dauern.

neo-bazi · 08.03.06, 17:48 Uhr

Danke. Zur Beruhigung: ich kann über meine eigenen Vorurteile genauso herziehen.

fely · 08.03.06, 18:25 Uhr

Du klingst fast wie der Scheidungsanwalt meiner Ex:
Was sie mir da alles erzählen, wird dem Gericht nicht ausreichen. Ich werde also den Damen und Herren einen etwas anderen Sachverhalt darstellen müssen.
(Was dazu führte, daß ich die Schuld übernahm und sie auf Unterhalt verzichtete, auch für den Fall der Not) Das war leicht, denn sie hat ganz kurz darauf wieder geheiratet und mich sogar zur Hochzeit eingeladen. Das habe ich dann allerdings doch nicht mehr gepackt und stattdessen ein Jahr lang gesoffen.

neo-bazi · 08.03.06, 18:55 Uhr

“stattdessen ein Jahr lang gesoffen.”
Vor lauter Freude, nehme ich an. Ich jedenfalls bin nicht so glimpflich davongekommen.

fely · 08.03.06, 19:48 Uhr

Nein fely, wegen der beiden Buben, die ich sehr liebte. Meinen Nachfolger kannte ich schon, er war kein schlechter Kerl, mittlerweile habe ich sogar seinen Nachfolger überlebt. Und leider, leider auch meinen jüngeren Sohn, der anfangs gar nicht wußte, daß ich sein Vater bin. Dafür ist der Große bis heute mein bester Freund geblieben.
Aber das wird jetzt zu kompliziert, wer weiß, vielleicht treffen wir uns ja mal bei einem Bier, ich werde nämlich mindestens 87.

neo-bazi · 08.03.06, 21:17 Uhr

[…] Der Allgäuer Koch der “Cap Polonio” , dem Dampfer in der Südamerika-Fahrt , auf dem ich meine aktive Seemannslaufbahn im Jahre 1993 beendete: […]

Club der halbtoten Dichter » Große Allgäuer (6) El Jefe · 14.12.06, 07:44 Uhr

[…] Weiter  […]

Club der halbtoten Dichter » Stationen einer ungewöhnlichen Karriere (27) · 26.12.06, 01:18 Uhr

[…] MS Cap Polonio der >Hamburg Süd […]

Club der halbtoten Dichter » Biskaya I · 30.05.08, 23:33 Uhr

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