Verzeihung, ich stehe mal wieder auf der Leitung, Sir Kubelix. Schlagen Sie vor, daß sich unser Chaoten Club diesem Trendforschungsdingens anschließen sollte?
Daß am Wochenende die meisten besoffen und am Jahresende alle gestresst sind, ist doch sowieso klar, oder etwa nicht?
in der tat. ich habe mich über dieses höchst visionäre software gewundert, zu welchen erstaunlichen ergebnissen sie führt und welche erkenntnisse sie über die internet-nutzer austüftelt kann. ich dachte, es löse mehr empörung aus, als es tat.
kubelick · 23.04.06, 14:20 Uhr
Wenn man bereitwillig seine Bookmarks, seine Bilder, sein Backup und seine Stimmung bei den zahlreichen Web 2.0-Diensten parkt oder die netten kleinen Tools in seine Blogs einbaut, und sich nicht fragt, warum das alles so prima kostenlos ist, sollte man sich anschließend nicht darüber wundern, wie schön das alles ausgewertet werden kann.
traurige tools, böse bookmarks, diabolische dingsdas… zombie- sonntage.
mich wundert wenig, mister rabenwerk. der erfinderische geist des menschen erstaunt mich. die gier, sich selbst, andere und die welt, begreifbar, kalkulierbar, regierbar, vorhersagbar zu machen, ist glaube ich, thema seit anbegin der zeit, als der mensch begann zeit zuhaben.
wollen sie nicht wissen, wollen sie nicht verstehen, wollen sie nicht ein wenig beeinflussen? nicht mal ein klein wenig? es muss nichts böses sein. sie können, beispielsweise, jemanden dazu bewegen, zu lächeln (beinflussen), oder ein bestimmtes buch zu lesen, eine harmlose empfehlung, bumm beeinflussen. und wenn sie erfahren, dass jemand zuhört, was machen sie dann? dass ihr wort, nur ein einziges, eine laune verändert, eine idee zum leben erweckt? was machen sie? schweigen sie? für immer. aus angst, die freiheit des anderen einsschränken zu können? oder haben sie soviel selbstkontrolle über ihre macht, egal wie klein ihre wirkung sein mag, wohlwollend einzusetzten oder garnicht?
ich kann es nicht. es wäre ja dann eine einschränkung meine freiheit, meine worte und gedanken zu redigieren, aus bedenken, sie könnten jemand ernst nehmen.
kubelick · 23.04.06, 21:02 Uhr
Erinnert mich in der Worst-Case-Variante an den Karma Police Clip, in dem der Typ am Ende halt selber in seinem Auto verbrennt. This is what you get when you mess with us. Wobei die Moodviewer und die Leute dahinter es natürlich überhaupt nicht so böse gemeint haben, klar.
Die sind die fiesen schwarzen Raben in unser aller Hänsel-und-Gretel-Irrungsverwirrung durch den dunklen Lebenswald. Und dafür, dass sie alle unsere Brotstückchen aufgefressen haben, verkaufen Sie uns, kurz bevor uns die alte Hexe in den Mäste-Karzer sperrt, ein paar hübsche human-finger-flavoured Plastikhändchen, enlargen unsere Pimmel, botoxen uns die Krähenfüße fürn Appel undn Ei in Ungarn, richten uns die Titten wieder hübsch auf, drehen uns Katzenfelle gegen die Zipperlein an und als Extra gibts fürs Ego noch eine Lifetime-Ration Johanniskrautkapseln. Aber nur, wenn wir diese wahnsinnig supere Lebensversicherung mit Ausschlachtungsgenehmigung kaufen, wenn die Uhr dann endgültig abgelaufen ist.
Kein Wunder, wenn da kein Mensch mehr ruhig schlafen kann. Aber gut, dass ich jetzt endlich weiß, warum. Ich hätt mir sonst noch Sorgen gemacht. Ich sollt mal vielleicht ein bisschen positiver denken.
das haben sie mit der farbpalette von orwell: pilzige, dreckige, moorige farben, nebelig/wolkig, ominös und hagelig. anlässlich der tv-prämiere oder so, von matrix, könnte man meinen, wir haben die wahl die rote oder die blaue pille zu schlucken. somit, ein positives lebensgefühl und die überzeugung, man bestimme über einen klitzekleinen teil seines lebens selbst, entscheide selbst, wäre dann die blaue pille, augen zu und hinein ins vergessen. the happy-idiot-methode.
wie sie wollen. völlig wertfrei. wahrheit gibt es nicht. zumindest keine absolute. insofern, kann die auswertung gänzlich unrealistisch ausfallen. dann müssen wir uns, unser handeln, denken und füllen der statiskik anpassen.
(vielleicht folgt diese woche ein artikel über propeller. aus blow-up. keiner weiss weshalb thomas den propeller kauft. aber ich komme schon dahinter.)
ich bin wach genug. ich finde es bloss schade, dass die zeit, einen zwei-seiten-artikel über vergessene emanzipation bringt und völlig am thema vorbei rurtsch. kann sein, dass die spur etwas schleimig war.
kubelick · 24.04.06, 10:23 Uhr
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