Club der halbtoten Dichter

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Stationen einer ungewöhnlichen Karriere (21)

Er nun wieder, Buddha. Wie sagte noch mein Gesprächspartner beim Arbeitsamt Hamburg heute morgen, als ich mich nach einem Job als Funkoffizier erkundigte?
“Das sieht ganz schlecht aus im Moment, aber ich habe sie vorgemerkt.”

Um 15:00 Uhr klingelt das Telefon, Deutschland ist eine Stunde weiter:

“Arbeitsamt Hamburg, sie wollten doch wieder zur See fahren?”

“Sagen sie bloß …?”

“Sie werden lachen, die Hamburg-Süd sucht vier Funker unter deutscher Flagge. Und zwar sofort.” Er gibt mir eine Telefonnummer, ich rufe sofort an. Zuständig für Offiziere und Assistenten ist “Mensch” Böttcher (es gibt noch einen Böttcher, aber der hat keinen Titel), wir vereinbaren ein Einstellungsgespräch und ich buche einen Flug gleich für den anderen Morgen.

Abends im Pub unterrichte ich Sandra und nun auch Peter, den Kapitän, mit dessen Firma wir uns das Büro teilen und verpflichte beide zu absolutem Stillschweigen. Das muß sein, denn es gibt ein Gerücht, der Eigner unserer Schiffe und der Sprecher der Hamburg Süd, Henry de la Trobe, seien in der gleichen Loge. Ein kurzer Anruf genügt, wenn das stimmt und ich bekomme zu hören: “Tut uns leid, aber die Stelle ist bereits anderweitig besetzt worden.”

Am anderen Vormittag stehe ich pünktlich vor dem Hauptquartier der besten Adresse in der deutschen Seeschiffahrt, der zum Oetker Konzern gehörenden Reederei Hamburg Süd:

hochhaus
Das Hochhaus in der Ost-West-Straße, Höhe Hopfenmarkt.
Zweihundert Meter weiter, am Rödingsmarkt, liegen die Büros von Leonhardt & Blumberg, der Firma, für die wir arbeiten.

Das Einstellungsgespräch bei “Mensch” Böttcher und Herrn Nicolaisen, dem Personalchef “See” ist kurz und erfolgreich, wir wissen alle drei, wie sowas geht. Der Arbeitsvertrag wird sofort unterschrieben. Ich soll mir bei “Steinmetz und Hehl” auch gleich eine Uniform abholen, denn heute ist Donnerstag und einsteigen soll ich auf “Columbus Virginia” zusammen mit dem neuen Kapitän in San Francisco bereits am Sonntag. Der Plünnenladen für die Uniform befindet sich im Erdgeschoß am Rödingsmarkt 16, im 2. Stock residiert Herr Frank Leonhardt. Seine Personalabteilung sitzt in der 4. Etage.

Es ist wie immer, kurz und schmerzlos. Bye bye Leute, es war schön bei euch.

vertrag

Musik dazu:

Vera Lynn - White Cliffs of Dover

*

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23 Kommentare

wie jetzt? und sie bloggen jetzt nicht mehr?

damn · 27.01.06, 11:37 Uhr

Wie kommen sie denn darauf? Jetzt gehts erst richtig los. Aber leider ist es meist so, daß Blogger zwar 50 Blogs lesen aber keinen Beitrag, der länger ist als eine halbe Seite. Das ist Folge 23 und 5 kommen noch mindestens :-)

neo-bazi · 27.01.06, 11:45 Uhr

ok, dann mache ich mich mal ans lesen… ;-)

damn · 27.01.06, 11:57 Uhr

Good gracious, what a comeback upon the high seas!

burnston · 27.01.06, 13:02 Uhr

sag mal, opa, die uniform, kenn ich die?

undundund · 27.01.06, 13:19 Uhr

Bist du noch zu retten, meinst du, ich stecke dich in 23 Jahre alte Plünnen? Das war natürlich ein Nachfolgemodell, damals hatte ich auch nur zwei Streifen auf dem Ärmel. Die du anhattest, benutze ich nur noch im Fasching und so …

neo-bazi · 27.01.06, 13:27 Uhr

verstehe.

undundund · 27.01.06, 13:41 Uhr

TITLE: Sehr beeindruckend …
für ein Landei wie meinereiner, ihr seemännisches Leben. Ich werde jetzt aber nix von den Bergen schreiben, denn eigentlich ist mein Biotop das Kaffeehaus. ;-)

sokrates2005 · 27.01.06, 18:18 Uhr

Ist auch nicht unbedingt nötig, ich komme aus dem Allgäu.

neo-bazi · 27.01.06, 18:53 Uhr

TITLE: Gibt´s da …
auch so tolle Kaffeehäuser? Nee, aber Berge …

sokrates2005 · 27.01.06, 21:01 Uhr

kennen Sie die noch?:f=A + B sin q +C cos q +D sin 2q + E cos 2q + K sin 4q

herold · 28.01.06, 09:11 Uhr

Wunderbar, wie jedes Mal :-)

TheSource · 28.01.06, 14:56 Uhr

Ja, bitte mach uns den Repeater.

keineinzelfall · 28.01.06, 17:01 Uhr

TITLE: Wollte…
mich für Deine Tips bezüglich Back-up bedanken, finde aber den Kommentar nicht mehr. Und wenn ich eine Suche starte, dann finde ich ihn zwar, kann aber darauf nicht antworten, da ich angeblich nicht dazu berchtigt bin. Also Zustände sind das!
Deswegen mein Dank hier.

fely · 28.01.06, 22:25 Uhr

TITLE: Willkommen zurück!
Wir wollten Dich als vermisst melden. Ich glaubte fast, Du wärest wieder auf hoher See.

fely · 31.01.06, 07:06 Uhr

TITLE: Ach, da sind se ja wieder …
ich hatte schon den Herrn Baron verdächtigt, mit ihnen halbwissenschaftliche Experimente angestellt zu haben …

sokrates2005 · 31.01.06, 07:53 Uhr

Er segelte nach Ostnordost und legte bei Süd- und Südwestwind in der Nacht etwa neununddreißig Seemeilen zurück, das sindneuneinhalb Meilen. Den ganzen Tag über fuhr er etwa acht Meilen. Die Lüfte waren sehr lau wie im April in Kastilien. Das Meer war spiegelglatt: Fische, die man Dorados (Goldmakrelen) nennt, kamen zum Schiff.

neo-bazi · 31.01.06, 08:01 Uhr

In der ganzen Nacht fuhr er etwa sieben Meilen in Richtung Ostnordost. Am Tag segelte er vor dem Wind dreizehneinhalb Meilen nach Süd-zu-Südost. Er sah Tropikvögel und viel Gras und viele Thunfische.

neo-bazi · 31.01.06, 08:05 Uhr

TITLE: Thunfische?
können die überhaupt schwimmen in ihren Dosen?

sokrates2005 · 31.01.06, 09:52 Uhr

Das in den Dosen sind keine Thunfische sondern klein gehackte Haie und Delphine und alles, was bei den Japanern und Koreanern in den 40 Kilometer langen Standnetzen in der Tasman See so verendet. Habe ich selbst gesehen. Deshalb Thuna in Dosen aus Asien: geht gar nicht !!!

neo-bazi · 31.01.06, 10:02 Uhr

schön, dass sie wieder im netz unterwegs sind, kollege! es gibt noch so viel zu erforschen!

undundund · 31.01.06, 11:32 Uhr

Packen wir’s an!

neo-bazi · 31.01.06, 11:53 Uhr

[…] Weiter  […]

Club der halbtoten Dichter » Stationen einer ungewöhnlichen Karriere (20) · 26.12.06, 00:47 Uhr

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