Club der halbtoten Dichter

Club der halbtoten Dichter

es dämmert

und nicht nur das.
der wechsel ist allgegenwertig: die farben der unwelt werden greller, deutlicher, drängeln sich in den vordergrund. die bäume werden kaller. die menschen schlechter gelaunt und verkleideert.

ja, der wechsel steht bevor.
doch hier ist er bereits geschehen.
ja, die kühe staren mich unverwechselbar fragend an, doch nach wie vor, habe ich keine antworten.
orakel? prognostiker? nostradami?
wir haben der nation den kalfslederhandschuh (ohne meines wissens) vor die nase geschmissen. wir haben die wandlung vollzogen. wir sind keine dichter mehr.

10 Kommentare

Also kein Microglücksmoment? Können wir nicht alle tichten, so wöllen wir doch alle richten? Mehdornisieren Sie da nicht etwas? Und: es war kein Fehde-Handschuh und man war nicht satifikationsfähig …

neo-bazi · 21.10.05, 01:37 Uhr

“Unwelt” - mein Wort des Tages. Sehr fein. Bleibt abzuwarten, was die Republik mit dem kalbsledernen Fehedehandschuh anstellt, nachdem sie ihn von ihrer Nase gewischt hat. :)

Au-lait · 21.10.05, 14:00 Uhr

wie darf ich das verstehen?

kubelick · 23.10.05, 21:29 Uhr

danke danke. sie wissen ja, bei mir läuft so manches unterhalb des bewussten. die hände, die machen das richtig oder was sie wollen. sie sie schrieben, über eigenwillige körperteile. meine sind definitiv die gedanken. sie schleichen sich ohne meines wissens hinaus in die weite, zu den kühen.

ich lege mich zu den schaffen.
blök.

kubelick · 23.10.05, 21:32 Uhr

TITLE: dichter ohne wissen und gewissen
ja, thesource.
just heute, lass ich in einem, was weiss den ich, detektiv roman, auf dem ersten blick, über licht und luft. eine lyrisch-manisch-depressive passage, eines dostojewsky oder gar gogol würdig. von einem amerikaner! aber was für einen: herrn auster. geschickt hat er diese worte in den mund eines gestörten kaspar hausen-verschnitt getan. welch genie! ach, ich bin voller awe. banal und doch ein genialer streich. so einfach, fast kitchig. doch so wahr, so primitiv so ja, einfach. mir fehlen die worte. schade, dass dieses buch mir nur auf deutsch vorliegt. über meine geliebte nyc. ich sehe die catwoman-schwarzer-latex sidewalks im regen. die dächer, mit wasserspeicher.
herr olé, sie sehen, auch ich, ergriffen von nostalgie und sentimentalität, sehnsuch und einem bedauernden, fatalischen lächeln, kann von adjektiven nicht abhalten. wo ein gefühl, da, denke ich, auch ein bedürfnis, ihn so genau wie nur möglich, näher zu bringen, beschreiben, erläutern, färben, einrizten, eintatoowieren.

kubelick · 23.10.05, 21:46 Uhr

Mehdornisieren = verchristiansen, Wortschöpfung aus den Reihen eines befreundeten gentlemen’s club. Die Satisfaktionsfähigkeit ist wiederhergestellt. Und dem Dichten - TheSource that never dries up - ist unmöglich zu entkommen, sagte sie. Laß uns wieder Dichter sein, der Wahrheit verpflichtet.

Das heißt vorgehen ohne Vorgehen,
zurückwerfen ohne Arme,
nachsetzen ohne Angriff,
gefangennehmen ohne Waffen.

neo-bazi · 23.10.05, 22:54 Uhr

rotznasen? schnief. überfordert mein schlicht’ gemüth. schief.
kryptik, krüppeltick - knüppeldick! desire inspire? geh weida!

blök

neo-bazi · 24.10.05, 08:45 Uhr

TITLE: vorweihnachtlicht
vorfrühlingsstimmungen in münchen: vor 2 jahren, zu just dieser zeit, an just diesem tag lag knöcheltief, knöchelhoch schneematsch auf der strasse, zum überdruss aller sommerreifenbereiften.
reif oder aller höchster zeit ist es nun, dass es so vorfrühlingswarm ist bei uns, sodass die gefahr oder hoffnung besteht, jedem selbst überlassen, die bauchnabelfreiheitanarchie kurz wieder zu erleben, bevor die pudelmützen und kniestrümfe das alle schönste, alle subtilste verhüllen und es wird mit verschrenkten armen flaniert bis zum weihnachtsmarkt, wo das einzige, was leuchtet und funkelt ist die glühnase.
da die dichter wieder walten, mit jeder laterne gut freund sind auch bei regen, oder gerade bei regen, frage ich mich, wann zum ersten mal die phrase fällt »mutter der nation«. ist mir so eingefallen.
sie haben es hier zuerst gelesen. soweit hergehollt ist es nun nicht: nun sind viele kinder da.

die oxen sind langsam, aber die erde geduldig.
und ich dachte ich bin gelenkig. doch die gedankenakrobatik, von nuss zu nirvana zu zahnlosigkeit (näheres bei herr olé) schaffte ich einfach nicht, zu meinem erstaunen. der werbung nach, ich glaube alles was ich im fernsehen sehe, isst man auf der 7ten wolke ohnehin nur frischkäse. das kann man auch ohne zähne. dabei kann man herrn müller, eine wolke weiter, winki winki winken.

winki winki, herr müller.

kubelick · 26.10.05, 02:06 Uhr

TITLE: Ganz anders
hier und heute. Alles und nichts. Die Piratenflagge knallt. Weiter oben jagen Fetzen die Türme. Herbststurm. Und der Himmel verbrennt - als Drohkulisse. Die Kühe der Dichter drängen zusammen und die Nachrichten sind nicht gut. Ich werde schweigen müssen denn jedes Wort wäre - eine Lüge. Winken konnte ich noch nie. Oft ist es auch gelogen. Ich habe Angst vor dem Frühling und suche Schutz bei den Kühen.

Auf See zu sein, wäre jetzt einfach

neo-bazi · 26.10.05, 11:49 Uhr

TITLE: der einfache see
verehrter mister bazi,

ich kenne mich aus, ich habe der kleiner eisbär gelesen, wie er in seiner nußschale diesen kolos auf see jagte und den philosophischen heien begegnete. ich denke, sie machen sich was vor »auf see wäre es alles ez«. der himmel duckt sich vor sich selbst in angst, so scheint mir. es ist ein himmel eines turners würdig. da wäre er mit seiner stafelei hinausgeflüchtet wo sie sich zu den kühen drägen.
pah. wäre captain ahab vor solch einem himmel zu den oxen? a wo? ein misstückhimmel ist das. da weinen die seelen um raus zu dürfen um ein wenig zu frolocken. bei diesem himmel ist gott meckie messer. jede einzeilne wolcke abgestochen.

kubelick · 27.10.05, 23:33 Uhr

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