ein Adventsgedicht
Vati, Mutti, Schwestern, Brüder,
Eheweib und Kinderschar
und Verlobte freu’n sich wieder:
Ach wie ist das wunderbar.
Opa brüllt in’s Ohr der Oma:
Die “Canada” ist in Tacoma.
Alle Tanten flippen aus,
denn der Junge kommt nach Haus.
Und an Bord tun das nicht minder
Decksverein und Kellerkinder.
Doch freut man sich normalerweise
erst am Schluß der dritten Reise.
Zwar lieben wir die Seefahrt sehr;
die Häfen, manchmal auch das Meer.
Jedoch nach Ablauf einer Frist
stinkt uns dann der ganze Mist.
Diese Reise, gottseidank
waren nicht so viele krank
denkt, was man verstehen kann,
der Medizin- und Steuermann.
Hat seine Sache gut gemacht
und sicher uns vorangebracht.
Nun macht er einen Riesensatz
nach Haus zu seinem süßen Schatz.
Carsten, Junior-Ingenieur,
freut sich auf sein Moped sehr,
welches, blitzeblank geputzt,
er mit Schneeketten benutzt.
Peter, unser Assistent
hat viel geknüppelt und gepennt.
Nur in Auckland, ab und zu,
ließ ihm jemand keine Ruh’.
Das blieb dann am frühen Morgen
den Kollegen nicht verborgen,
und sogar der Kapitän
hat die Spuren noch geseh’n.
Voll die Taschen, leer die Flaschen:
Max hat nun genug gewaschen.
Mit Unterhosen und auch Socken
kann ihn vorerst keiner locken.
Der Azubi, der Kaschubi
war manchmal ein böser Bubi.
Doch bestimmt wird dieser Moses
später einmal ganz was Großes.
Möchte in den Staaten bleiben,
muß noch ein paar Briefe schreiben.
Und schwebt, wie könnt’ es anders sein
zu Weihnachten als Christkind ein.
Eddi, Putzlappenverwalter,
Heizerschreck und Lagerhalter,
will nicht länger Schrauben zählen,
denkt viel lieber an’s Beschälen.
Servus Schuppi, altes Haus.
Doch halt, der steigt ja gar nicht aus.
Hat noch nicht genug entrostet -
was dieser Junge Nerven kostet.
Keiner wurde je beschissen,
selten einer rausgeschmissen.
Ja, an Schrotti’s Tally-Tresen
sind wir gerne Gast gewesen.
Geduldig hat er zugehört,
was im Dilli uns gestört.
Richtig Spaß hat es gemacht,
manches mal die halbe Nacht,
Letzte Reise war der Hammer
die Feuersbrunst in Udo’s Kammer.
Drum, ihr Leute, gebet acht,
was der Bub im Flieger macht.
Was entkommen ist den Flammen
rafft der Arme nun zusammen.
Was jedoch zu stark verkohlt,
wird zu Hause neu geholt.
Als Letzter darf der Kapitän
von seinem roten Dampfer geh’n.
So will es alter Brauch.
Beim Urlaub gilt das auch.
Hat sich aktiv und bis zuletzt
für seinen Fanclub eingesetzt.
Beim Asado, Reise Süd,
sang er uns sein Lieblingslied:
“Holt den Knüppel aus dem Sack,
nieder mit dem Bayern-Pack!
HSV ist wieder da,
Valerie und Valera.”
Im Hochhaus disponieret schon
die Columbus Inspektion:
Nach Norderstedt fährt man nach Hause
wenn im Volkspark Winterpause.
Denn dann kann nicht viel passieren.
Wer nicht spielt, kann nicht verlieren.
So verläuft der Urlaub friedlich,
ungetrübt und sehr gemütlich.
Wir wünschen euch ein frohes Fest,
alles, was sich wünschen läßt.
Und auch einen guten Rutsch -
in sechs Tagen seid ihr futsch.
Häuptling Schmutzige Feder
Text einer Büttenrede, gehalten vom Verfasser in der Bar des MV “Columbus Canada” im Advent des Jahres 1987
Re: Falerie und Falera
Valerie
(Ein bi-linguales Opus zu Erklärung, bevor einer kommt und sagt: Valerie schreibt man aber mit “F”)
Sweet Lady from Connecticut
bekam die Arbeit niemals satt.
Treppen rauf und Treppen runter:
schon um 6 Uhr war sie munter.
Walls and doors and floors and ceilings
could not hide their funny feelings,
longing for her tender touch
every morning very much.
Even carpets fell in love
with the cleaning girl above.
But suddenly came to an end
the action of her busy hand.
Denn schneller als so mancher denkt
hat man sich was ausgerenkt.
Und dann lag sie traurig da
poor Valerie aus U.S.A.
Fünf Tage war das Dirndl krank,
nun lacht sie wieder, gottseidank.
Zwar ist sie noch nicht völlig fit
but tries to make the best of it.
We hope, she will be soon okay
cose Sydney is not far away.
Dann sehn wir wieder dieses Bein
und möchten auch ein Teppich sein.
Doch fürcht ich, alle Liebesmüh’,
wieder vergeblich sein wird sie.
No matter how we jump and dance
only one Aussie got a chance.
Maybe some time we’ll meet again
Take care, farwell, Auf Wiedersehn.
Weiterhin gute Fahrt und eine glückliche Heimkehr.
—–
1 Kommentar
Kommentar hinterlassen
* = Pflichtfelder, E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht